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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Partizipative Forschung mit Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung: Erfahrungen aus dem Projekt PsyActive-MCI
Text
Hintergrund: Die frühe Demenzdiagnostik führt zunehmend zur Identifikation von Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (mild cognitive impairment, MCI). MCI geht mit einem erhöhten Demenzrisiko einher. Diese prognostische Unsicherheit führt zu psychosozialen Belastungen und alltäglichen Herausforderungen, für die es bisher keine psychotherapeutischen Konzepte zur Krankheitsbewältigung gibt. Partizipative Ansätze können durch die Einbindung der Zielgruppe die Relevanz von Interventionen erhöhen. Erfahrungen zur konkreten Umsetzung der Beteiligung von Patient:innen mit kognitiven Beeinträchtigungen sind bislang jedoch begrenzt.
Zielsetzung: Am Kölner Alzheimer Präventionszentrum wird das vom BMFTR geförderte Projekt PsyActive-MCI umgesetzt. Ziel ist es, MCI-Patient:innen, Angehörige und Vertreter:innen von Beratungsstellen als Ko-Forschende in die Konzeptentwicklung einer psychotherapeutischen Gruppenintervention einzubeziehen und Erfahrungen zur praktischen Umsetzung partizipativer Beteiligung zu gewinnen. Der primäre Endpunkt des Projektes war es patientenrelevante Endpunkte der geplanten Intervention zu identifizieren.
Methoden: Im Projekt wurde ein multimethodischer Ansatz gewählt, der die kognitive Beeinträchtigung der Ko-Forschenden berücksichtigte. Hierzu gehörten Fokusgruppen, PhotoVoice, Journey Mapping und eine Fragebogen-Erhebung. Der Beteiligungsprozess wurde mithilfe einer Involvement Matrix strukturiert und reflektiert. Neben der Identifikation patientenrelevanter Endpunkte wurden Konzepte für die Beteiligung der Zielgruppe in einer nachfolgenden Interventionsstudie sowie Disseminationsstrategien entwickelt. Die Prozesse der partizipativen Zusammenarbeit wurden anschließend mittels Fragebögen evaluiert.
Ergebnisse: Die Beteiligung der Ko-Forschenden blieb über den gesamten Projektverlauf hoch. Kreative und erfahrungsbasierte Methoden wie PhotoVoice oder Journey Mapping erleichterten es Teilnehmenden, ihre Perspektiven einzubringen und zentrale Themen zu identifizieren. Gleichzeitig zeigten sich Grenzen partizipativer Umsetzung: Analytisch anspruchsvollere Arbeitsschritte konnten nur eingeschränkt gemeinsam bearbeitet werden. Zudem stellten erhöhter Moderations- und Vorbereitungsaufwand, vereinfachte Kommunikation sowie wissenschaftliche Arbeitsprozesse praktische Herausforderungen dar.
Diskussion: Der Beitrag beschreibt Erfahrungen aus der partizipativen Konzeptentwicklung und reflektiert die praktische Umsetzung der Beteiligung von Menschen mit MCI und deren Angehörigen. Im Fokus stehen methodische und organisatorische Herausforderungen sowie notwendige Anpassungen partizipativer Verfahren. Diskutiert wird, welche Voraussetzungen für eine gelingende Beteiligung erforderlich sind. Die Ergebnisse verdeutlichen zugleich das Potenzial partizipativer Ansätze mit MCI-Patient:innen in der Konzeptentwicklung von Interventionen.
Interessenkonflikte: Keine



