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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Extremhitze als Krisenszenario: Erkenntnisse aus intersektoralen Workshops zur Stärkung der Resilienz der Gesundheitsversorgung

Sarah Heidenreiter - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland
Jonas Gerke - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., Deutschland
Debora Janson - Deutsches Krankenhausinstitut (DKI), Deutschland
Nikolaus Mezger - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., Deutschland
Michael Lauerer - Universität Bayreuth, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Bayreuth, Deutschland

Text

Hintergrund: Während in der Gesundheitsversorgung vielerorts Hitzeschutzpläne etabliert werden, berücksichtigen diese selten Extremhitze als Krise. Internationale Erfahrungen (z. B. Frankreich, Italien, Australien, Kanada) zeigen jedoch erhebliche Auswirkungen auf Morbidität, Mortalität und Versorgungsstrukturen. Daher gewinnt die Vorbereitung auf hitzebedingte Krisensituationen an Bedeutung.

Zielsetzung/Fragestellung: Auswirkungen extremer Hitze auf verschiedene Sektoren der Gesundheitsversorgung sollten analysiert und praxisnahe Ansätze zur Stärkung der Hitzeresilienz entwickelt werden. Im Fokus stand die Anpassung bestehender Strukturen an eskalierende Hitzelagen.

Material & Methoden: Drei ganztägige interdisziplinäre Workshops mit Praxispartner:innen aus ambulanter Pflege, Krankenhaus und Öffentlichem Gesundheitsdienst wurden durchgeführt. Methodisch kamen moderierte Planbesprechungen aus dem Krisenmanagement zum Einsatz. In einem iterativen Prozess wurden mit Expert:innen Auswirkungen, Handlungsbedarfe und Maßnahmen entlang eines Extremhitzeszenarios erarbeitet.

Ergebnisse: Es bestehen bei den Praxispartner:innen bereits Strukturen wie Krisenstäbe und Kommunikationswege, die als Grundlage für die Bewältigung von Extremhitze dienen können. Gleichzeitig wurden unklare Zuständigkeiten, fehlende Leitfäden sowie begrenzte personelle und infrastrukturelle Ressourcen identifiziert. Ein Teil hitzebedingter Notfälle wäre durch angepasstes Verhalten vermeidbar, wodurch Prävention und frühzeitige Intervention zentral für die Entlastung der Versorgungssysteme sind.

Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Extremhitze als eigenständiges Szenario stärker in bestehende Krisenmanagementstrukturen integriert werden sollte. Eine besondere Herausforderung liegt in der Dynamik von Hitzelagen, die sich schleichend entwickeln und daher klare Kriterien für eine Eskalation erfordern. Die Übertragbarkeit bestehender Instrumente ist grundsätzlich gegeben, bedarf jedoch einer spezifischen Anpassung an hitzebedingte Anforderungen.

Take-Home-Message für die Praxis: Extremhitze erfordert eine strukturierte Vorbereitung innerhalb der Gesundheitsversorgung. Bestehende Krisenmanagementstrukturen können genutzt werden, sollten jedoch gezielt um hitzespezifische Konzepte ergänzt werden. Eskalationsmechanismen sowie Präventions- und Informationsmaßnahmen für die Bevölkerung können dazu beitragen, gesundheitliche Folgen zu minimieren und Versorgungssysteme zu entlasten.

Interessenkonflikte: Keine