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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Vergleich von Zusammenhängen zwischen Führungsqualität und mentaler Gesundheit über einen Zeitraum von fünf Jahren bei Arbeitnehmern in Deutschland und Dänemark

Hermann Burr - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Arbeit und Gesundheit, Deutschland
Kathrine Sørensen - Det Nationale Forskningscenter for Arbejdsmiljø, Dänemark
Jeppe K. Sørensen - Det Nationale Forskningscenter for Arbejdsmiljø, Dänemark
Louise Dalsager - Det Nationale Forskningscenter for Arbejdsmiljø, Dänemark
Ida E.H. Madsen - Det Nationale Forskningscenter for Arbejdsmiljø, Dänemark; Københavns Universitet, Institut for Folkesundhed, København, Dänemark
Ina Schöllgen - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Arbeit und Gesundheit, Deutschland
Angelo d'Errico - Region Piedmonte, Epidemiologia ASL TO3, Italien
Uwe Rose - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Arbeit und Gesundheit, Deutschland
Reiner Rugulies - Det Nationale Forskningscenter for Arbejdsmiljø, Dänemark; Københavns Universitet, Institut for Folkesundhed, København, Dänemark

Text

Hintergrund: Es ist relativ unbekannt, ob die Assoziation zwischen psychosozialen Arbeitsbedingungen und mentaler Gesundheit bei Beschäftigten abhängig von nationalem Kontext ist.

Zielsetzung/Fragestellung: Wir stellten die Hypothese auf, dass der Zusammenhang zwischen Führungsqualität und psychischer Belastung stärker ausgeprägt ist in Deutschland als in Dänemark. Die beiden Länder unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Arbeitskulturen und Arbeitsmärkte, beide Faktoren, die den Zusammenhang zwischen Führungsqualität und psychischer Belastung modifizieren könnten.

Material & Methoden: Die Kohortendaten basieren auf der deutschen Studie Mentale Gesundheit bei der Arbeit (S‐MGA) (2012–2017) und der dänischen Nationalen Kohortenstudie zur Arbeit und Gesundheit (NAK/DWECS) (2000–2005 und 2005–2010) mit insgesamt 9.613 Beobachtungen von 8.029 Arbeitnehmern. Es wurde ein zweiteiliges Modell verwendet, das logistische und lineare Regressionsmodelle kombinierte. Mentale Gesundheit (Skala basiert auf zwei SF-12 Items) am Ende des 5-jahres Beobachtungsfensters diente als abhängige Variable, Führungsqualität (COPSOQ Skala) am Anfang des 5-jahres Beobachtungsfensters als unabhängige Variable. Die Heterogenität der länderspezifischen Schätzwerte wurde mittels Cochran-Q-Test geprüft.

Ergebnisse: Die logistische Regression zeigte, dass bei allen teilnehmenden Arbeitnehmern sowohl in Deutschland als auch in Dänemark eine höhere Führungsqualität mit einer beeinträchtigten mentalen Gesundheit (SF-12-item Skala>0) einherging. Dieser Zusammenhang war in Deutschland stärker ausgeprägt, wobei der Länderunterschied statistisch signifikant war (p = 0,036). Bei den Arbeitnehmern mit beeinträchtigter mentaler Gesundheit am Follow-up zeigten die lineare Regressionsanalysen, dass Führungsqualität in Dänemark mit einer verbesserten mentalen Gesundheit einherging, jedoch nicht in Deutschland. Auch hier war der Länderunterschied signifikant (p = 0,014).

Diskussion: Die Ergebnisse unterstützen unsere Hypothese eines stärkeren Zusammenhangs zwischen Führungsqualität und psychischer Gesundheit in Deutschland nicht. Insgesamt deuten die Befunde jedoch darauf hin, dass eine geringe Führungsqualität in beiden Ländern mit Beeinträchtigungen in mentaler Gesundheit verbunden ist. Weitere Forschung in mehr Ländern ist erforderlich, um beurteilen zu können, ob der Zusammenhang zwischen Führungsqualität und psychischer Gesundheit von nationalem Kontext abhängig ist.

Take Home Message für die Praxis: Führungsqualität zu fördern ist wichtig für die mentale Gesundheit bei Beschäftigten.

Interessenkonflikte: Keine