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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Nachhaltige Patientenverpflegung im Krankenhaus: erhöhte Verfügbarkeit fleischfreier Mahlzeiten fördert nachhaltige Entscheidungen ohne Einbußen bei der Patientenzufriedenheit

Simone Dohle - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Health and Risk Communication Lab, Bonn, Deutschland
Alice Elena Seffen - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin, Bonn, Deutschland; Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Health and Risk Communication Lab, Bonn, Deutschland
Julia Meis-Harris - Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Stabsstelle Nachhaltigkeit, Bonn, Deutschland

Text

Hintergrund: Eine Reduktion des Fleischkonsums in Krankenhäusern kann sowohl zur Verringerung von Umweltbelastungen beitragen als auch gesundheitsförderliche Ernährungsweisen unterstützen. Studien aus anderen Ernährungskontexten zeigen, dass eine erhöhte Verfügbarkeit fleischfreier Optionen eine wirksame Nudging-Strategie darstellt. Für den Gesundheitssektor liegt bislang jedoch nur begrenzte Evidenz vor, insbesondere im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Patientenzufriedenheit mit dem Verpflegungsangebot.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob eine Erhöhung des Anteils fleischfreier Mittagsgerichte in einem Universitätsklinikum (a) die Essenswahl der Patientinnen und Patienten sowie (b) deren Zufriedenheit mit dem Speiseangebot beeinflusst.

Material & Methoden: Im Rahmen einer Feldstudie wurde der Anteil fleischfreier Mittagsoptionen von 56% auf 67% erhöht. Catering-Daten wurden analysiert, um die Essenswahl vor und nach der Intervention zu vergleichen. Ergänzend wurden Patientenbefragungen zur Zufriedenheit mit dem Speiseangebot vor (N = 414) und nach (N = 439) der Intervention durchgeführt.

Ergebnisse: Der Anteil gewählter fleischfreier Mittagsgerichte stieg signifikant (p < 0.001) von 46,1% vor der Intervention auf 51,2% nach der Intervention. Ein Bayes’sches lineares Modell zeigte keine relevante Veränderung der Gesamtzufriedenheit mit dem Speiseangebot (Schätzer = -0,08; 95%- Kredibilitätsintervall [-0.21; 0.04]).

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass bereits eine moderate Erhöhung der Verfügbarkeit fleischfreier Optionen das Wahlverhalten von Patientinnen und Patienten in Richtung nachhaltigerer Speisen beeinflussen kann, ohne die Zufriedenheit zu beeinträchtigen. Dies unterstreicht das Potenzial struktureller Maßnahmen im Krankenhaussetting.

Take Home Message für die Praxis: Eine einfache Anpassung des Speiseangebots kann nachhaltige und gesundheitsförderliche Ernährungsentscheidungen im Krankenhaus wirksam fördern, ohne negative Auswirkungen auf die Patientenzufriedenheit.

Interessenkonflikte: Keine