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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Klima-Emotionen unter Studierenden in Deutschland und wie die Klima-Krise von Hochschulen adressiert werden sollte – eine Querschnittstudie

Katharina Heinrichs - Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland
Stephan Heinzel - Technische Universität Dortmund, Institut für Psychologie, Dortmund, Deutschland
Metzen Dorothea - Technische Universität Dortmund, Institut für Psychologie, Dortmund, Deutschland
Stock Christiane - Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Klima-Emotionen, z. B. Klima-Angst, Klima-Wut oder Klima-Kummer, stellen berechtigte Reaktionen auf die real existierende Bedrohung durch die Klima-Krise dar. Junge Menschen haben zu einem besonders hohen Anteil Klima-Emotionen.

Zielsetzung/Fragestellung: Diese Studie untersucht, a) wie stark Klima-Wut und Klima-Kummer unter Studierenden ausgeprägt sind, b) inwiefern die Klima-Krise derzeit vonseiten der Hochschule adressiert wird bzw. werden sollte und c) ob die Klima-Emotionen mit dieser Überzeugung zusammenhängen.

Material & Methoden: An der Charité – Universitätsmedizin Berlin wurde eine Online-Fragebogenstudie unter Studierenden durchgeführt. Dabei wurden Klima-Wut und Klima-Kummer erfasst, außerdem inwiefern die Klima-Krise an der Universität eine Rolle spielt und wie stark der Handlungsbedarf ist. Deskriptive Analysen wurden durch multiple lineare Regressionsmodelle ergänzt, um einen möglichen Zusammenhang zu untersuchen.

Ergebnisse: Die Studierenden (n = 427) geben hohe Mittelwerte für Klima-Wut (4,3) und Klima-Kummer (3,9) an, bei einem Range von 1–5. Ein hoher Anteil der Studierenden gab an, dass der Klimaschutz den Lehrenden (36%) und den Entscheidungstragenden (47%) (eher) nicht wichtig sei und derzeit (eher) keine Rolle am Campus (45%) oder im Curriculum (53%) spiele. Die Mehrheit der Studierenden (63%) fühlte sich durch das Studium (eher) nicht gut auf die beruflichen Herausforderungen durch die Klima-Krise vorbereitet. Fast drei Viertel der Befragten sahen einen mittleren bis hohen Handlungsbedarf seitens der Hochschule, sich um Klimaanpassungen zu kümmern. Klima-Kummer hing mit dieser Überzeugung zusammen (β = .204; p = .011).

Diskussion: Klima-Wut und Klima-Kummer sind unter Studierenden stark ausgeprägt. Diese beklagen zu hohen Anteilen, dass die Klima-Krise nicht ausreichend von Lehrenden, Entscheidungstragenden, am Campus und im Curriculum berücksichtigt wird. Klima-Kummer hängt mit der Überzeugung zusammen, dass die Klima-Krise von der Universität adressiert werden sollte.

Take Home Message für die Praxis: Studierende sehen einen großen Handlungsbedarf in Sachen Klimaanpassung an der Hochschule. Diesem Handlungsbedarf nachzugehen, könnte helfen, die Fachkräfte von morgen auf die beruflichen Auswirkungen der Klima-Krise vorzubereiten.

Interessenkonflikte: Alle Autor:innen versichern, keinerlei Interessenkonflikte zu haben.