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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

KI-Kompetenz in der Weiterbildung – eine Bedarfsanalyse bei Ärzt:innen in Weiterbildung in der Allgemeinmedizin

Andreas Christian Dreher - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Christine Becker - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Tanja Jähnig - Universitätsklinikum Ulm, Institut für Allgemeinmedizin, Ulm, Deutschland
Martina Bischoff - Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
Christian Förster - Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin & interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Attila Altiner - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Simon Schwill - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend in medizinische Arbeitsprozesse integriert und könnte Hausärzt:innen bei Zeitmangel und diagnostischer Unsicherheit unterstützen. Gleichzeitig ist die Offenheit gegenüber digitalen Anwendungen heterogen und KI-Inhalte sind bislang kaum in der allgemeinmedizinischen Weiterbildung verankert.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung der Nutzung von KI im Alltag von Ärzt:innen in Weiterbildung (ÄiW), ihrer Einstellungen sowie ihres Weiterbildungsbedarfs zur Ableitung curricularer Anpassungen.

Material & Methoden: ÄiW des Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg (KWBW) wurden 2025 zu einer Online-Befragung eingeladen. Der Fragebogen umfasste 51 Items zu Soziodemografie, KI-Nutzung, Einstellungen und Bildungsbedarfen sowie Freitextfragen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv, Freitexte wurden semiquantitativ analysiert.

Ergebnisse: Es nahmen 135 ÄiW teil (Rücklauf 20%), 74% weiblich, 63% im 4./5. Weiterbildungsjahr. Das Durchschnittsalter betrug 36 Jahre, 76% waren aktuell in allgemeinmedizinischer Rotation.

74% berichteten über eine überwiegend digitalisierte Praxis. 22% nutzten KI in der Weiterbildungsstätte, 79% privat und 65% beruflich, 50% mindestens mehrmals wöchentlich. Am häufigsten wurde ChatGPT verwendet. Zwei Drittel nutzten KI für Differenzialdiagnosen und/oder Therapieentscheidungen. 70% gaben „learning by doing“ als primäre Lernstrategie an. Zentrale Kompetenzbedarfe waren praktische Anwendung, Prompting-Kompetenz und kritische Reflexion. 77% erwarteten eine Zunahme von Überdiagnostik durch KI.

Diskussion: Das Interesse an KI ist hoch, bei gleichzeitig fehlender strukturierter Vermittlung. Die Ergebnisse weisen auf einen relevanten Bedarf an curricular verankerter KI-Kompetenz hin. Neben technischen Fertigkeiten sind insbesondere kritische Bewertungskompetenz sowie kommunikative Fähigkeiten im Umgang mit KI in der Arzt-Patienten-Interaktion bedeutsam.

Take Home Message für die Praxis: Die Integration von KI-Kompetenzen in die allgemeinmedizinische Weiterbildung ist erforderlich, um Ärzt:innen auf den zunehmenden Einsatz von KI in der Versorgung vorzubereiten.

Interessenkonflikte: ACD, CB, TJ, MB, CF und SS arbeiten für das Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg.