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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Drs4Drs – Rollenwechsel: Wenn Ärzt:innen zu Patient:innen werden
Text
Hintergrund: Ärzt:innen werden im Krankheitsfall zu besonderen Patient:innen, da sie spezialisiertes Vorwissen haben und professionellen Erfahrungen mitbringen. Im Vergleich zur Normalbevölkerung kommt es häufiger zu Selbstbehandlungen oder informellen Konsultationen, was zu Über- bzw. Unterversorgung führt. Ursachen für dieses potentiell gesundheits-gefährdende Verhalten sind: Angst vor Stigmatisierung und mangelnde Selbstreflexion bei gleichzeitig unklarer Rollendefinition. Internationale Beispiele zeigen mögliche Lösungsansätze: Die British Medical Association gibt eine ethische Richtlinie für die Behandlung von Kolleg:innen vor und in Australien wird das eigene Gesundheitsverhalten im Studium thematisiert und in einem Netzwerk von Arzt-Behandler:innen umgesetzt.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der vorliegenden Studie war es, den aktuellen Stand im Studium und in der Weiterbildung Allgemeinmedizin hinsichtlich des Umgangs mit der eigenen Gesundheit, des Verhaltens im Krankheitsfall und der Rollenreflexion zu erfassen. Konkret wurde untersucht, ob die Ausbildung auf die zukünftige Rolle als „Arzt‑Behandler:in“ anderer Gesundheitsberufler vorbereitet.
Material & Methoden: Befragung von Studierenden und Ärzt:innen in Weiterbildung zu ihrem Gesundheits- und Krankheitsverhalten und den Barrieren für eine Fachkonsultation. Sichtung und Zusammenstellung der aktuellen Literatur zum Thema Drs4Drs.
Ergebnisse: Die Befragung zum Thema Gesundheitsverhalten bei Studierenden im PJ und von Ärzt:innen in Weitebildung Allgemeinmedizin ergab, dass fast alle Befragten eine eigene Hausärzt:in haben, mehrheitlich angesprochen haben, dass sie ärztlich tätig sind und sie sich als Patient:innen ernst genommen gefühlt haben. Bei einem Teil kam es zu Grenzüberschreitungen im Behandlungskontext. Die Befragten befürworten zur Hälfte eine Spezialisierung von Ärztebehandler:innen.
Diskussion: Auf der Basis der Pilotbefragung, der Literatursichtung für Deutschland und dem Blick auf Ausbildungen in anderen Ländern ergibt sich die Notwendigkeit der Entwicklung eines Curriculums zur Vorbereitung auf die Rolle als Arztbehandler:in und Arztpatient:in mit den Schwerpunkten Selbstreflexion, professionelle Grenzziehungen, und eigene Rollendefinition.
Take Home Message für die Praxis: Die Selbstreflexion des eigenen Krankheitsverhaltens ist relevant für Ärzt:innen und alle Gesundheitsberufe für die Versorgung. Diese Haltung und Umgang mit sich selbst als Gesundheitsexperte ist erlernbar und kann im Studium/der Weiterbildung verankert werden.
Interessenkonflikte: Keine



