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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Die Leitlinien-Sprechstunde: ein neues Format zur zielgerichteten Beantwortung methodischer Fragen von Leitlinienerstellenden

Frauke Schwier - Institut für Medizinisches Wissensmanagement der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutschland
Andrea Tasar - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Deutschland
Sarah Thys - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Deutschland
Claudia Breuer - Cochrane Deutschland, Cochrane Deutschland Stiftung, Deutschland
Julia Nothacker - Cochrane Deutschland, Cochrane Deutschland Stiftung, Deutschland; Zentrum für Psychosoziale Medizin, Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Claudia Mischke - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Deutschland
Corinna Schaefer - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Deutschland
Jörg Johannes Meerpohl - Cochrane Deutschland, Cochrane Deutschland Stiftung, Deutschland; Institut für Evidenz in der Medizin & Freiburg GRADE Center, Freiburg, Deutschland
Ina Kopp - Institut für Medizinisches Wissensmanagement der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutschland
Monika Nothacker - Institut für Medizinisches Wissensmanagement der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutschland

Text

Hintergrund: Seit 2019 bietet das Digitale-Versorgung-Gesetz zwei Fördermöglichkeiten für Leitlinienprojekte über den Innovationsfonds und durch Evidenzrecherchen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit zur Unterstützung der Leitlinienentwicklung. Leitliniengruppen arbeiten zudem überwiegend ehrenamtlich. Die Erstellung evidenzbasierter Leitlinien erfordert fachliche und methodische Expertise und wirft regelmäßig Fragen zur Evidenzsynthese auf. Methodische Unsicherheiten können in der Zusammenarbeit mit Erstellenden von Evidenzsynthesen zu verschiedenen Zeitpunkten eine für beide Seiten effektive Kooperation erschweren. Es besteht daher Bedarf an niedrigschwelligen Möglichkeiten zur zeitnahen Klärung.

Zielsetzung/Fragestellung: Seit 2025 verfolgt die Leitlinien-Sprechstunde das Ziel, methodische Fragen in einem strukturierten, praxisnahen Format zu beantworten und Leitliniengruppen gezielt zu unterstützen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit Erstellenden von Evidenzsynthesen verbessert werden. Die Expertise wird von Vertreter:innen des Instituts für Medizinisches Wissensmanagement der AWMF (AWMF-IMWi), Cochrane Deutschland Stiftung und dem IQWiG eingebracht.

Diskussionspunkt: Diskutiert werden soll, wie der Beitrag einer thematisch strukturierte Leitlinien-Sprechstunde zur Unterstützung evidenzbasierter Leitlinienprojekte eingeschätzt wird und ob künftig weitere Themen adressiert werden sollten.

Inhalt: Das Angebot richtet sich an S2e- und S3-Leitlinienprojekte, insbesondere mit (angestrebter) Förderung. Das Format ist thematisch strukturiert: Jede Sitzung behandelt einen methodischen Schwerpunkt zu häufigen Beratungsanlässen zu Evidenzsynthesen, z. B. zu Formulierung von PICO-Fragestellungen, Auswahl von Evidenz sowie kritischer Bewertung von Interventions- und diagnostischen Studien. Nach einem kurzen Input werden eingereichte und spontane Fragen diskutiert. Im Nachgang erhalten die Teilnehmenden ergänzende methodische Unterlagen und Empfehlungen zu vertiefender Literatur. Die bisherigen Sitzungen wurden überwiegend positiv evaluiert.

Take Home Message für die Praxis: Die Leitlinien-Sprechstunde bietet ein niedrigschwelliges Unterstützungsangebot, das den Austausch zwischen Expert:innen für evidenzbasierte Medizin und Leitlinienerstellenden stärkt, den Wissenstransfer fördert und so zur Qualität evidenzbasierter Leitlinien beitragen kann.

Interessenkonflikte: FS, MN und IK sind bei der AWMF angestellt und im AWMF-IMWi tätig, das das AWMF-Leitlinienregister führt sowie Leitliniengruppen methodisch unterstützt. Die AWMF erhält von den Mitgliedsgesellschaften Honorare für die Unterstützung von methodischen Leitlinien. Es bestehen keine Beziehungen zu kommerziellen Unternehmen. Die Interessen sind dargelegt unter https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/dateien/die_awmf/2025-02-COI_Table_AWMF-IMWi_deutsch.pdf

AT, ST, CM und CS sind beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen angestellt (IQWiG). Das IQWiG unterstützt im Auftrag des BMG medizinische Fachgesellschaften bei der Erstellung von S3- und S2e-Leitlinien durch Evidenzrecherchen. Es bestehen keine persönlichen finanziellen Interessenkonflikte.

CB, JN und JM: Unterstützung internationaler und nationaler Leitliniengruppen. Es bestehen keine persönlichen finanziellen Interessenskonflikte.