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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Implementierung von Virtual-Reality-basierter Alkoholprävention bei Jugendlichen: Ergebnisse einer länderübergreifenden Delphi-Studie in Deutschland und Australien

Robert Hrynyschyn - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland
Christina Prediger - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland
James Durl - Griffith University, Department of Tourism and Marketing, Australien
Timo Dietrich - Griffith University, Department of Tourism and Marketing, Australien
Christiane Stock - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland

Text

Hintergrund: Virtual Reality (VR) ist ein innovatives Instrument zur Prävention von Alkohol- und anderem Drogenkonsum (AOD). VR kann Jugendliche durch immersive Erfahrungen zur Reflexion über Risiken anregen und gesundheitsbezogene Lernprozesse fördern. VR-basierte Präventionsprogramme wurden bisher vor allem in Australien, Dänemark und Deutschland entwickelt und zeigen vielversprechende Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich der Sensibilisierung von Jugendlichen. Unklar ist jedoch, unter welchen Bedingungen solche digitalen Interventionen nachhaltig in Bildungskontexte integriert werden können.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist es, fördernde und hemmende Faktoren für die Implementierung VR-basierter AOD-Präventionsprogramme in Deutschland und Australien zu identifizieren. Dadurch sollen länderübergreifend Grundlagen für skalierbare digitale Präventionsstrategien geschaffen werden.

Material & Methoden: Es wurde eine mehrstufige Delphi-Studie durchgeführt. In der ersten Runde nahmen 37 Expert:innen aus der AOD-Prävention (z. B. Präventionsfachkräfte, Jugendarbeiter:innen und Lehrkräfte) aus Bildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen an einer semi-standardisierten Online-Befragung in deutscher und englischer Sprache teil. Die Antworten wurden thematisch analysiert, um zentrale Themen und unterschiedliche Perspektiven zu identifizieren. Diese wurden in einer zweiten Delphi-Runde weiter präzisiert und in ihrer Bedeutung gewichtet. Ergänzend wurden Fokusgruppen in beiden Ländern durchgeführt, um die Ergebnisse zu validieren und zu kontextualisieren.

Ergebnisse: Die Analyse der ersten Delphi-Runde identifizierte strukturelle, kulturelle und politische Faktoren, die die Implementierung von VR-basierten Interventionen in der Alkoholprävention beeinflussen. Fördernde Faktoren sind insbesondere realistische und immersive Lernerfahrungen, eine stärkere Einbindung der Jugendlichen sowie ein hohes Motivationspotenzial. Als zentrale Barrieren wurden begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen, organisatorische und technische Herausforderungen sowie unzureichende Schulungen genannt.

Diskussion: Die vorläufigen Ergebnisse verdeutlichen, dass neben dem pädagogischen Potenzial von VR insbesondere strukturelle Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Implementierung entscheidend sind.

Take Home Message für die Praxis:

  • VR kann Präventionsprogramme durch immersive Lernerfahrungen stärken.
  • Erfolgreiche Implementierung erfordert ausreichende Ressourcen und Qualifizierung.
  • Länderübergreifende Erkenntnisse unterstützen skalierbare digitale Präventionsansätze.

Interessenkonflikte: Keine