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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Zugang zur Schwangerenvorsorge – eine empirische Analyse von Informationsstand, Nutzung und Versorgungspräferenzen unter Anwendung des Modells von Levesque
Text
Hintergrund: Die Schwangerenvorsorge in Deutschland ist als duales System angelegt und ermöglicht nach § 24d SGB V eine freie Wahl zwischen ärztlicher und hebammengeleiteter Betreuung. Trotz dieser gesetzlichen Grundlage und wissenschaftlicher Hinweise auf die Sicherheit hebammengeleiteter Modelle dominiert weiterhin eine medizinisch geprägte, arztzentrierte Versorgung. Die geringe Nutzung hebammengeleiteter Vorsorgeangebote wirft Fragen nach möglichen Zugangsbarrieren auf.
Zielsetzung/Fragestellung: Die Arbeit untersucht Informationsstand, Nutzung und Präferenzen von Frauen im gebärfähigen Alter und analysiert, welche Rolle Wissen und Wahrnehmung bei der Wahl des Vorsorgemodells spielen.
Material & Methoden: Das Forschungsvorhaben folgt einem Mixed-Methods-Ansatz. Grundlage bildet eine quantitative Online-Befragung mittels LimeSurvey (n = 207), basierend auf dem „Conceptual Framework of Access to Health Care“ nach Levesque et al. (2013). Die Auswertung erfolgte über SPSS. Die Rekrutierung erfolgte über soziale Medien und öffentliche Einrichtungen. Ergänzend wurden offene Antworten mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen eine grundsätzlich hohe Akzeptanz der Hebammenvorsorge, die jedoch durch teilweise unklare Vorstellungen über den Leistungsumfang eingeschränkt wird. Viele Frauen orientieren sich an Annahmen technischer Sicherheit, was die ärztliche Betreuung begünstigen kann. Gynäkolog:innen nehmen im Informationsprozess eine wichtige Rolle ein, wobei Informationen nicht immer vollständig wahrgenommen oder weitergegeben werden.
Diskussion: Im Rahmen des Modells von Levesque deuten die Befunde auf Zusammenhänge zwischen der Verfügbarkeit von Informationen („Approachability“) und der individuellen Wahrnehmung („Ability to Perceive“) hin. Mögliche Barrieren lassen sich sowohl auf strukturelle als auch auf kommunikative Aspekte zurückführen. Dabei scheinen insbesondere Informationsvermittlung und Sicherheitsvorstellungen eine Rolle zu spielen.
Take Home Message für die Praxis: Die Ergebnisse legen nahe, dass der Zugang zur Hebammenvorsorge durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird, darunter Informationsangebote und individuelle Wahrnehmungsprozesse. Wissen könnte dabei eine relevante Rolle im Entscheidungsprozess spielen. Ansätze zur Verbesserung der Information und Vernetzung der Versorgungsangebote könnten dazu beitragen, die Wahlmöglichkeiten weiter zu stärken.
Interessenkonflikte: Keine



