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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Digitale Gesundheitsförderung und Prävention bei Seeleuten auf Frachtschiffen: ein Scoping Review
Text
Hintergrund: Die besonderen beruflichen Bedingungen der Seefahrt sind mit erhöhten physischen und psychischen Belastungen verbunden und erschweren die Umsetzung klassischer Ansätze der Gesundheitsförderung und Prävention erheblich. Digitale Gesundheitstechnologien gelten daher als geeignete Alternativen, die Zugangsbarrieren, infrastrukturelle Defizite und kulturelle Vielfalt besser berücksichtigen können.
Zielsetzung/Fragestellung: Es soll ein umfassender Überblick über eingesetzte digitale Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention für Seeleute gegeben und daher neben wissenschaftlichen Studien auch Praxisprogramme vorgestellt werden.
Material & Methoden: Das Scoping-Review wurde nach den aktualisierten methodischen Leitlinien des Joanna Briggs Institute durchgeführt und gemäß PRISMA-ScR-Checkliste berichtet. Das Protokoll wurde prospektiv im Open Science Framework registriert. Die Literatursuche erfolgte systematisch in verschiedenen Datenbanken, die über Scopus, Web of Science, PubMed und LIVIVO erreicht wurden. Die Studienauswahl wurde anhand der Auswahlkriterien umgesetzt. Ergänzend erfolgte eine gezielte Websuche nach digitalen Praxisprogrammen in zwei Suchmaschinen.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 1.706 Quellen identifiziert, 63 Volltexte gescreent und 9 Studien in die qualitative Analyse eingeschlossen. Die Evidenzbasis ist sehr heterogen, bestehend aus verschiedenen Designs, wie Pilotstudien bis hin zu einem RCT. Die Qualitätsbewertung reichte von 0% bis 100%. Auch thematisch wurden unterschiedliche Schwerpunkte adressiert, wie Ernährung, mentale Gesundheit, Hautkrebsprävention oder digitale Prädiktionsmodelle. Mehrere Autor:innen beschreiben ein hohes Interesse an digitalen Gesundheitsmaßnahmen in ihren Arbeiten.
Zusätzlich wurden fünf digitale Praxisprogramme zu Themen, wie physische Aktivität, mentale Gesundheit, Schlaf sowie Ernährung, identifiziert. Zwei waren online frei zugänglich, drei konnten nur mittels gewährten Zugangs genutzt werden.
Diskussion: Es wird ein Überblick über die aktuelle Studienlage und Praxisanwendungen zur digitalen Gesundheitsförderung und Prävention bei Seeleuten gegeben. Es zeigt sich, dass das Thema in der Schifffahrt bis dato kaum adressiert wurde. Zugleich weisen die heterogene Evidenz, geringe Zahl einschlägiger Studien und teils schwache Qualität auf weiteren Forschungsbedarf hin.
Take Home Message für die Praxis: Seeleute zeigen Interesse an digitalen Gesundheitsangeboten. Reedereien sollten sich daher verantwortlich zeigen, die Gesundheit ihrer Schiffsbesatzungen mithilfe digitaler Anwendungen durch Empowerment zu fördern.
Interessenkonflikte: Es besteht kein Interessenskonflikt.



