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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Negative Verhaltensveränderungen bei Kindern im Vorschulalter während der COVID-19-Pandemie – Analyse eines Elternfragebogens
Text
Hintergrund: Die COVID‑19-Pandemie führte zu umfassenden Einschränkungen im Alltag von Kindern; insbesondere Vorschulkinder waren durch Kita-Schließungen und veränderte Routinen betroffen. Schuleingangsuntersuchungen (SEU) bieten eine bevölkerungsnahe Datengrundlage, um pandemiebedingte Auswirkungen auf kindliches Verhalten zu erfassen.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war es, die Häufigkeit negativer Verhaltensveränderungen bei Vorschulkindern und ihrer Einflussfaktoren im Kontext der Pandemie unter Berücksichtigung des elterlichen Bildungshintergrunds zu analysieren.
Material & Methoden: Die Analyse basiert auf Daten eines Zusatzfragebogens, der 2020–2022 ergänzend zu Schuleingangsuntersuchungen in einem niedersächsischen Landkreis erhoben wurde. Untersucht wurden elterliche Angaben zu negativen Verhaltensveränderungen ihres Kindes während der COVID-19-Pandemie. Als Einflussfaktoren wurden soziodemografische Merkmale und pandemiebedingte Belastungen berücksichtigt. Relevante Faktoren wurden mittels multivariablen logistischen Regressionsmodellen, stratifiziert nach elterlicher Bildung (CASMIN-Index).
Ergebnisse: Insgesamt nahmen 1.188 Eltern teil, von denen 44,7% über mindestens eine negative Verhaltensveränderung ihres Kindes berichteten. Am häufigsten traten Anhänglichkeit (22,7%), Ängste/Sorgen (16,2%) und Gereiztheit/Aggressivität (12,6%) auf. In multivariablen Modellen erwiesen sich familiäre Streitigkeiten und eingeschränkter Kitabesuch als stärkster Prädiktor für negative Verhaltensveränderungen über alle Bildungsgruppen hinweg, während Migrationshintergrund teils protektiv ausfiel. Wohnverhältnisse und Dauer der Kitaschließungen zeigten keine konsistenten Effekte.
Diskussion: Die Befunde unterstreichen die zentrale Rolle familiärer Stressoren und unterbrochener Betreuungs-/Tagesstrukturen für negative Verhaltensveränderungen im Vorschulalter während der Pandemie. Die teils protektiven Befunde zum Migrationshintergrund weichen von bisherigen Studien ab und könnten regionale bzw. methodische Ursachen haben. Limitationen betreffen die Querschnittsdaten, unvalidierte Instrumente und die regionale Begrenzung.
Take Home Message für die Praxis:
- Während der COVID-19-Pandemie beobachteten über 40% der Eltern negative Verhaltensveränderungen bei Kindern im Vorschulalter.
- Unabhängig vom elterlichen Bildungshintergrund waren der eingeschränkte Kita-Besuch und familiäre Streitigkeiten mit negativen Verhaltensveränderungen assoziiert.
Interessenkonflikte: Keine



