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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Unsichtbar, Überlastet, Unverzichtbar – Wer pflegt die Pflegenden? Fallbasierte Ansätze zur Unterstützung pflegender Angehöriger in der hausärztlichen Versorgung

Anna-Lena Hegele - Otto-von-Guericke University, Arbeitsbereich HAWIRA, Deutschland
Katja Bachmann - Otto-von-Guericke University, Arbeitsbereich HAWIRA, Deutschland
Thomas Lichte - Otto-von-Guericke University, Arbeitsbereich HAWIRA, Deutschland
Robin John - Otto-von-Guericke University, Arbeitsbereich HAWIRA, Deutschland; MVZ Hausarztteam Schönebeck (Elbe), Schönebeck (Elbe), Deutschland

Text

Hintergrund: Der demografische Wandel führt zu einer steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen. Ein erheblicher Teil der Versorgung in Deutschland erfolgt im häuslichen Umfeld und wird überwiegend durch Angehörige übernommen (Statistisches Bundesamt, 2023). Pflegende Angehörige stellen damit die größte Versorgungsgruppe dar, sind jedoch häufig erheblichen psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt und benötigen frühzeitige Information und Unterstützung.

Zielsetzung/Fragestellung: Anhand repräsentativer Fälle aus der Primärversorgung sowie Ergebnisse der DEGAM-Leitliniengruppe „Pflegende Angehörige“ werden praxisnahe Ansätze zur Unterstützung pflegender Angehöriger in der hausärztlichen Versorgung dargestellt.

Material & Methoden: Grundlage bilden Fallbeispiele aus der hausärztlichen Versorgung sowie Ergebnisse aus der Leitlinienarbeit der DEGAM zum Thema „Pflegende Angehörige“. Diese wurden im Hinblick auf zentrale Belastungssituationen und mögliche Unterstützungsansätze analysiert.

Ergebnisse: Die Fallbeispiele verdeutlichen belastungsrelevante Situationen pflegender Angehöriger. Daraus lassen sich konkrete Ansatzpunkte zur aktiven Gestaltung der Versorgung ableiten, insbesondere durch Sensibilisierung, strukturierte Information zu Unterstützungsangeboten sowie die Einbindung multiprofessioneller Versorgungsstrukturen. Das hausärztliche Team kann hierbei eine wichtige Rolle bei der frühzeitigen Identifikation pflegender Angehöriger und Vermittlung passender Unterstützungsangebote übernehmen.

Diskussion: Typische Fallkonstellationen aus der hausärztlichen Praxis können dazu beitragen, Belastungssituationen pflegender Angehöriger frühzeitig zu erkennen und praxisnahe Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Aufgrund ihres kontinuierlichen Kontakts zu Patientinnen und Patienten sowie deren Familien nimmt das hausärztliche Praxisteam eine zentrale Rolle bei der Sensibilisierung, Beratung und Vernetzung pflegender Angehöriger im Versorgungssystem ein.

Take Home Message für die Praxis: Das hausärztliche Praxisteam kann durch frühzeitige Sensibilisierung und gezielte Vermittlung von Unterstützungsangeboten wesentlich zur Entlastung pflegender Angehöriger beitragen.

Interessenkonflikte: Keine