Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Betti (Better Imaging) – Machbarkeitsstudie für digitale Entscheidungsunterstützung zur Bildgebung bei muskuloskelettalen Schmerzen

Kristina Buch - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Nicole Lindner - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Annika Viniol - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Veronika van der Wardt - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT werden bei muskuloskelettalen Schmerzen entgegen Leitlinienempfehlungen häufig zu früh oder ohne klare Indikation eingesetzt. Daher wurde die komplexe Intervention „Betti“ (Better Imaging) zur Unterstützung einer evidenzbasierten und partizipativen Entscheidungsfindung entwickelt. Sie umfasst drei Module: (1) ein multimediales Lehrmodul zur Anwendung von Bildgebung bei muskuloskelettalen Schmerzen für Hausärzt:innen, (2) eine hausärztliche Entscheidungsunterstützung zum Einsatz bildgebender Verfahren für verschiedene klinische Situationen sowie (3) evidenzbasierte, multimedial aufbereitete Patient:inneninformationen.

Zielsetzung/Fragestellung: Die Machbarkeitsstudie untersucht, ob und inwiefern eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) zur Wirksamkeit der Betti-Intervention umsetzbar ist. Endpunkte beinhalten u.a. Daten zur Rekrutierung und zu potenziellen Outcomes einer RCT, Akzeptanz und Nutzung der Interventionsbestandteile sowie der Studienprozeduren.

Material & Methoden: Innerhalb von fünf Wochen wurden 10 Hausärzt:innen rekrutiert und cluster-randomisiert. Diese sollen über einen Zeitraum von maximal sechs Wochen jeweils vier Patient:innen entweder mit der Betti-Intervention (Interventionsgruppe) oder wie gewohnt (Kontrollgruppe) beraten und einschließen. Die Datenerhebung und Rekrutierung von Patient:innen laufen derzeit; eine Follow-up-Erhebung erfolgt nach drei Monaten. Ergänzend werden qualitative Interviews mit Ärzt:innen und Patient:innen der Interventionsgruppe geführt.

Ergebnisse: Erste Ergebnisse werden auf dem Kongress vorgestellt.

Diskussion: Die bisherige Durchführung zeigt, dass für die erfolgreiche Patient:innen-Rekrutierung ein enger Kontakt und regelmäßige Erinnerungen für die teilnehmenden Hausärzt:innen erforderlich sind.

Take Home Message für die Praxis: Die Betti-Intervention stößt auf Interesse, erfordert jedoch eine enge Begleitung der Hausärzt:innen. Möglicherweise könnten insbesondere jüngere bzw. in Weiterbildung befindliche Ärzt:innen von der digitalen Entscheidungsunterstützung profitieren.

Interessenkonflikte: Keine