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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Nutzerperspektiven zur Einführung der elektronischen Patientenakte: Studienprotokoll einer Mixed-Methods-Studie (PERSPECTS)

Antje Meyer - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Leonard Oppermann - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Jona Theodor Stahmeyer - AOK Niedersachsen, Deutschland
Jürgen Kretschmer - GesundheitsAkademie e.V., Deutschland
Christine Mundlos - Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V., Deutschland
Gabriele Seidel - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Die elektronische Patientenakte (ePA) ist ein zentraler Bestandteil der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens, wird jedoch bisher wenig genutzt. Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt PERSPECTS untersucht daher Erfahrungen und Bedürfnisse der Nutzer:innen, um Akzeptanz, Nutzbarkeit und Versorgungsqualität der ePA zu verbessern. Konsortialpartner sind die AOK Niedersachsen, die GesundheitsAkademie e.V. und die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, Voraussetzungen und Einflussfaktoren einer (Nicht-)Nutzung der ePA aus Sicht gesetzlich Versicherter zu identifizieren sowie digitale (Gesundheits-)Kompetenzen zu erfassen. Die zentralen Fragen betreffen Situationen, in denen ein persönlicher Nutzen erlebbar wird, Barrieren und Akzeptanzfaktoren, Veränderungen im Zeitverlauf sowie Auswirkungen auf die Kommunikation zwischen Patient:innen und Gesundheitsfachpersonen.

Material & Methoden: Zur Evaluation wird ein Mixed Methods Design eingesetzt. Qualitativ werden insgesamt 84 Personen aus verschiedenen Zielgruppen (u. a. ältere Versicherte, junge Erwachsene, Eltern) über 2,5 Jahre mittels leitfadengestützter Interviews, Workshops und Fokusgruppen begleitet. Quantitativ werden zwei Querschnittsbefragungen zu den Messzeitpunkten T0 und T1 durchgeführt (AOK Niedersachsen: jeweils n = 16.000, erw. RLQ ≈ 15%; ACHSE e. V.: n ≈ 175.000, erw. RLQ ≈ 20%). Ergänzend erfolgt in beiden Populationen jeweils eine longitudinale Erhebung (AOK Niedersachsen: n ≈ 2.400, erw. RLQ ≈ 15%; ACHSE e. V.: n ≈ 35.000, erw. RLQ ≈ 20%).

Ergebnisse: Zum DGSMP-Kongress liegen erste qualitative Ergebnisse vor, die Hinweise auf Nutzungsmotive, Hemmnisse sowie Erwartungen der Befragten an Akteure der Gesundheitsversorgung im Zusammenhang mit der ePA geben.

Diskussion: Die ePA bietet großes Potenzial für eine vernetzte, transparente und patientenorientierte Versorgung. Damit dieses Potenzial im Versorgungsalltag wirksam wird, müssen Bedarfe, Bedürfnisse und Gesundheitskompetenz der Nutzer:innen berücksichtigt werden. Zudem braucht es nutzerfreundliche Gestaltung, klare Anwendungsszenarien und kompetenzfördernde zielgruppenorientierte Unterstützungsangebote für die Nutzenden der ePA.

Take Home Message für die Praxis: Die Ergebnisse dienen der Entwicklung zielgerichteter Informationsangebote. Hierfür wird ein praxisorientierter ePA Guide erstellt, der Nutzer:innen konkrete Hilfestellungen für eine informierte und sichere Anwendung der ePA bietet.

Interessenkonflikte: Keine