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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

STRESS Care – systematische Entwicklung eines schulbasierten, niederschwelligen Stepped-Care-Programms zur Förderung der mentalen Gesundheit und zur Reduktion psychischer Belastungen bei Jugendlichen

Janina Meuer - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH, Prävention und Evaluation, Deutschland
Melanie Boekholt - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH, Prävention und Evaluation, Deutschland
Angela Kunzler - Technische Universität Braunschweig, Institut für Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Braunschweig, Deutschland
Anna-Lena Müller - Technische Universität Braunschweig, Institut für Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Braunschweig, Deutschland
Tobias Issler - Universität des Saarlandes, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Deutschland
Alexander Reinert - Universität des Saarlandes, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Deutschland
Eva Möhler - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Deutschland
Andrea Dixius - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Deutschland
Julia Asbrand - Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Psychologie, Lehrstuhl für Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters, Jena, Deutschland
Julian Schmitz - Universität Leipzig, Institut für Psychologie Arbeitsgruppe Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Leipzig, Deutschland
Michèle Wessa - Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR), Deutschland; Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Neuropsychologie und psychologische Resilienzforschung, Deutschland
Daniela Fuhr - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH, Prävention und Evaluation, Deutschland
Sarah K. Schäfer - Rheinland-Pfälzisch Technische Universität Kaiserslautern-Landau, Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Landau, Deutschland; Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR), Deutschland
Monika Equit - Universität des Saarlandes, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Deutschland

Text

Hintergrund: Psychische Belastungen bei Jugendlichen haben im Kontext gesellschaftlicher Krisen zugenommen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Kapazitätsengpässe in der jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Regelversorgung. Schulen sind zentrale Lebenswelten und bieten Zugang zu niedrigschwelligen Präventionsangeboten, werden aber bislang unzureichend in Präventionsstrategien integriert.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des STRESS Care-Projekts ist die Entwicklung eines niedrigschwelligen Präventionsprogramms zur Förderung der mentalen Gesundheit und Prävention psychischer Erkrankungen bei jugendlichen Schüler:innen. Die Intervention kombiniert einen evidenzbasierten Projekttag im Klassenverbund zur Stärkung der mentalen Gesundheitskompetenz (BEWARE) und zur Emotionsregulation (START) mit einer mehrwöchigen, digital unterstützten Intervention, zugeschnitten auf das individuelle Belastungsprofil der Schüler:innen. Vorgestellt wird die systematische, partizipative Entwicklung des STRESS Care-Programms.

Material & Methoden: BEWARE und START werden zielgruppenspezifisch an schulische Rahmenbedingungen angepasst und iterativ an drei Standorten erprobt. Pro Standort erfolgt die Implementierung in zwei Klassen durch Schulpsycholog:innen. Begleitend werden qualitative Erhebungen zu Akzeptanz und Praktikabilität durchgeführt: zwei Fokusgruppen mit je fünf Schüler:innen (n = 30), vier Interviews mit Lehrkräften und Schulpsycholog:innen (n = 12). Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein, bevor die Programme am nächsten Standort erneut implementiert und evaluiert werden. Parallel wird die digitale Komponente auf Basis eines evidenz- und partizipationsorientierten Ansatzes entwickelt: Transdiagnostische Strategien wurden systematisch recherchiert (n=149), in einer Delphi-Befragung (n=49) bewertet, Inhalte in Expert:inneninterviews (n=8) konkretisiert und anschließend in digitale Module überführt, die iterativ mit Schüler:innen optimiert werden.

Ergebnisse: Erste Befunde aus den Adaptionsprozessen von BEWARE und START werden vorgestellt. Zudem wird ein kausales Pfadmodell präsentiert, das die angenommenen Wirkmechanismen der Gesamtintervention abbildet und deren zentrale Einflussfaktoren sowie Wirkzusammenhänge veranschaulicht

Diskussion: Die iterative, partizipative Entwicklung ermöglicht praxisnahe Anpassungen, limitiert jedoch die Übertragbarkeit auf andere Schulformen

Take Home Message für die Praxis: STRESS Care liefert ein modellhaftes Vorgehen für die partizipative Entwicklung und Implementierung praxisnaher, adaptiver Präventionsprogramme in Schulen.

Interessenkonflikte: Keine