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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Quo vadis, Landarztquote? Pragmatische Umsetzung des politischen Willens
Text
Hintergrund: Die Landarztquote (LAQ) wurde in Rheinland-Pfalz zum Wintersemester 2020/21 eingeführt. Seitdem sind mehr als 150 Studierende über die LAQ an der Universitätsmedizin Mainz immatrikuliert; die ersten stehen kurz vor Beginn ihrer Weiterbildung. Die Ungewissheit bzgl. des späteren verpflichtenden Tätigkeitsortes in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region ist für die Studierenden belastend. Ein strukturierter Prozess zur Zusammenführung von Absolvierenden und Bedarfsregionen existiert nicht.
Zielsetzung/Fragestellung: Wie kann die Planungssicherheit für die Studierenden nach der LAQ verbessert werden? Wer entscheidet auf Grundlage welcher Daten über die Festlegung von Bedarfsregionen? Ist eine ausreichende Verfügbarkeit weiterbildungsbefugter Ärzt:innen in den Bedarfsregionen gewährleistet?
Ziel ist der Aufbau eines strukturierten, transparenten und koordinierten Prozesses, der den Studierenden frühzeitig Orientierung hinsichtlich Bedarfsregionen bietet, auch unter Einbeziehung regionaler Beteiligter an der Weiterbildung.
Material & Methoden: Das Institut für Allgemeinmedizin (IFAM) initiierte im Januar 2026 ein Runde-Tisch-Gespräch mit Vertreter:innen des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie des Landesamts für Soziales, Jugend und Versorgung. Inhalte waren die bestehende Datenlage, Zuständigkeiten und gemeinsame Zielsetzungen.
Ergebnisse: Die beteiligten Institutionen verständigten sich darauf, dass der Gesamtprozess nur interinstitutionell gelingen kann, da die relevanten Daten nicht vollständig bei einer einzelnen Stelle vorliegen. Regelmäßige Runde-Tisch-Gespräche wurden als geeignete Grundlage für eine strukturierte Vorgehensweise bewertet. Ein weiteres Treffen unter Einbezug der Landesärztekammer ist geplant.
Diskussion: Landarztquoten bestehen mittlerweile bundesweit, wobei Einsatzorte häufig erst zum Zeitpunkt der Tätigkeitsaufnahme festgelegt werden. Die damit verbundenen Unsicherheiten für Studierende sind daher kein regionales Phänomen. Der Aufbau eines strukturierten Prozesses mit allen Beteiligten stellt die zentrale Voraussetzung dar, um die Planungssicherheit zu erhöhen und die LAQ langfristig erfolgreich umzusetzen.
Take Home Message für die Praxis: Regelmäßige, strukturierte Runde-Tisch-Gespräche ermöglichen verlässlichere Aussagen zu zukünftigen Bedarfsregionen und reduzieren die Planungsunsicherheit von Studierenden nach der Landarztquote.
Interessenkonflikte: Alle beteiligten Akteure haben ein großes Interesse an dem Gelingen der Landarztquote.



