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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Einstellungen von Hausärzt:innen, Praxispersonal und Asthmapatient:innen zur Umstellung auf klimafreundliche Inhalativa – Ergebnisse einer qualitativen Studie
Text
Hintergrund: In Deutschland werden circa 50% aller Inhalativa als Dosieraerosole verordnet, die wiederrum über 95% des CO2-Fußabdruckes inhalativer Therapien verursachen. 2024 wurde die DEGAM Leitlinie „Klimabewusste Verordnung von Inhalativa“ veröffentlicht. Trotz wachsender Aufmerksamkeit bestehen Unklarheiten hinsichtlich relevanter Hürden und Förderfaktoren für eine Umsetzung dieser Empfehlung. Diese Studie untersucht daher die Einstellungen von Praxisteams und Asthmapatient:innen zu einer klimafreundlichen Umstellung von Inhalativa.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Förderfaktoren und Barrieren erwarten Hausärzt:innen, Praxispersonal und Asthmapatient:innen bei einer Umstellung auf klimafreundliche Inhalativa in der Asthmatherapie?
Material & Methoden: Im Zeitraum von November 2025 bis April 2026 wurde eine qualitative Studie mit semistrukturierten Interviews durchgeführt. Die Stichprobe umfasste insgesamt 30 Personen in der Region Nordrhein und Westfalen-Lippe (Hausärzt:innen= 10, Praxispersonal= 10, Patient:innen= 10). Die Datenauswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse unter Nutzung von MAXQDA.
Ergebnisse: Es zeigten sich drei zentrale Kategorien: bisherige Kenntnisse, Förderfaktoren und Barrieren. Abgesehen von den Hausärzt:innen gaben die Befragten wenig Kenntnisse zum Einsatz umweltfreundlicher Inhalativa an. Obwohl viele Hausärzt:innen entsprechende Konzepte kannten, setzen nur wenige diese bereits im Praxisalltag um. Als Förderfaktoren für eine Umstellung wurden von allen drei Gruppen eine ausführliche Aufklärung und eine gleichwertige Versorgung genannt. Zentrale Hürden betrafen externe Faktoren wie eingeschränkte Verfügbarkeit von Alternativa in den Apotheken oder externe Verordnung und entsprechende Gewöhnung an bestimmte Inhalatortypen. Insgesamt zeigte sich bei allen Gruppen eine hohe Bereitschaft für eine Umstellung.
Diskussion: Die Ergebnisse weisen auf eine generelle Offenheit für eine Umstellung auf klimafreundliche Inhalativa unter bestimmten Vorrausetzungen hin. Ein wichtiger Faktor für die Umsetzung ist der Zugang zu Informationen für alle beteiligten Gruppen. Hervorzuheben sind systemische Barrieren, neben vermutlich fehlender Priorisierung der Umsetzung im Praxisalltag.
Take Home Message für die Praxis: Beide Hürden betonen die Wichtigkeit des Einbezugs aller Stakeholder, die eine Umstellung beeinflussen können.
Interessenkonflikte: Keine



