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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Herausforderungen von Melanom-Patient:innen im Kontext gesundheitsbezogener Lebensqualität

Madlen Hörold - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Benjamin Küster - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Karl Philipp Drewitz - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Friedegund Meier - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Techn. Universität Dresden, Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und UniversitätsKrebsCentrum Dresden (NCT/UCC), Dresden, Deutschland; Universitätsklinikum und Med. Fakultät Carl Gustav Carus der Techn. Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Dresden, Deutschland
Sebastian Haferkamp - Universitätsklinikum Halle, Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Halle, Deutschland; Universitätsklinikum Regensburg, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Regensburg, Deutschland
Jochen Schmitt - Universitätsklinikum und Med. Fakultät Carl Gustav Carus der Techn. Universität Dresden, Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Dresden, Deutschland
Maike Bergmann - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Techn. Universität Dresden, Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und UniversitätsKrebsCentrum Dresden (NCT/UCC), Dresden, Deutschland; Universitätsklinikum und Med. Fakultät Carl Gustav Carus der Techn. Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Dresden, Deutschland
Lea Pöschmann - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Techn. Universität Dresden, Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und UniversitätsKrebsCentrum Dresden (NCT/UCC), Dresden, Deutschland; Universitätsklinikum und Med. Fakultät Carl Gustav Carus der Techn. Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Dresden, Deutschland
Christian Apfelbacher - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Nach einer erfolgreichen Tumortherapie stehen immer mehr Patient:innen mit metastasiertem Melanom vor der Herausforderung, wieder in den Alltag zurückzufinden. Survivorship-Care-Programme bieten ihnen Unterstützung durch Prävention, Früherkennung und Behandlung von Spät- und Langzeitfolgen. Ein individueller Survivorship-Care-Plan liefert zudem Informationen und Beratung und unterstützt die Koordination der Versorgung, mit dem Ziel, die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu verbessern.

Zielsetzung/Fragestellung: Im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekts „LeMela“ („Leben mit Melanom“) wurden die Herausforderungen während und nach der Therapie eines Melanoms untersucht.

Material & Methoden: Im Jahr 2025 führten wir Interviews und Fokusgruppen mit insgesamt 20 Fachkräften aus dem Gesundheitssystem, vier Angehörigen sowie 21 Patient:innen (Primärdiagnose: 2006 – 2024) aus deutschen Hauttumorzentren durch. Die Daten wurden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet; als theoretischer Rahmen diente das Modell der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Wilson und Cleary.

Ergebnisse: Die Teilnehmenden berichteten über unterschiedliche physische und psychische Symptome wie Fatigue, kognitive Beeinträchtigungen sowie Ängste und Unsicherheiten. Die wahrgenommenen Symptome, der Funktionsstatus und die Lebensqualität der Betroffenen wurden von deren individuellen Charakteristika, interpersonellen und sozioökonomischen Faktoren sowie den regionalen Versorgungsstrukturen beeinflusst. Unterstützende An- und Zugehörige, Freunde und Selbsthilfegruppen wirkten sich positiv auf die Lebensqualität aus. Darüber hinaus hatten auch eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation, eine kontinuierliche und koordinierte Betreuung sowie eine interdisziplinäre Versorgung einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Diskussion: Um die Nachsorge für Melanom-Patient:innen zu verbessern, sollten die Erfahrungen der Betroffenen während und nach der Therapie systematisch berücksichtigt werden. Erforderlich sind patientenzentrierte Angebote, die individuelle Faktoren (z. B. Wissen, Gesundheitskompetenz, Coping) sowie Umweltfaktoren (z. B. interdisziplinäre Kooperationen, Zugang zu Supportivangeboten) einbeziehen.

Take Home Message für die Praxis: Weitere Forschung ist notwendig, um die Erfahrungen von Patient:innen zu erfassen, die nicht an Hauttumorzentren versorgt werden. Zudem sollten Versorgungsstrukturen in ländlichen Regionen bei der Entwicklung und Implementierung von Survivorship-Care-Programmen berücksichtigt werden.

Interessenkonflikte: CA: Vorstandsmitglied der DGSMP, Mitglied im Tagungspräsidium.