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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Selbsteingeschätzte Versorgungsqualität und ihre sozialen Determinanten bei Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen in Deutschland

Maike Buchmann - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Yong Du - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Carmen Koschollek - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Katja Krug - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Christin Heidemann - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland

Text

Hintergrund: Eine hohe Versorgungsqualität chronischer Erkrankungen umfasst Aspekte, die das Selbstmanagement stärken und Patient:innen unter Berücksichtigung ihres sozialen Kontextes in die Behandlung einbinden.

Zielsetzung/Fragestellung: Es stellt sich die Frage, ob Personen je nach Ausprägung von mit der gesundheitlichen Lage assoziierten sozialen Determinanten die Versorgung ihrer chronischen Erkrankung unterschiedlich erleben und die Versorgungsqualität unterschiedlich einschätzen.

Material & Methoden: In der bevölkerungsbezogenen, bundesweiten Studie „Gesundheit in Deutschland 2024“ wurden in den letzten 6 Monaten behandelte chronisch kranke Erwachsene mithilfe des Patient Assessment of Chronic Illness Care (PACIC-S11) zum Erleben von elf Versorgungsaspekten, u.a. zu ihrer Einbindung in die Behandlung, befragt. Der Summenscore (Skala 1-5) wurde nach Geschlecht, Alter, Bildung, sozialer Unterstützung und Diskriminierung im Gesundheitsbereich betrachtet und in einem multivariablen Regressionsmodell untersucht. Höhere Werte bilden eine höher eingeschätzte Versorgungsqualität ab.

Ergebnisse: Im Mittel schätzten die 5823 Personen mit vollständigen Angaben zu den untersuchten Variablen die Versorgungsqualität als moderat ein (2,67); Frauen (2,58) geringer als Männer (2,77) und Jüngere geringer als Ältere. Erwachsene mit niedriger Bildung (2,80) bewerteten sie höher als jene mit mittlerer (2,58) und hoher Bildung (2,62). Personen, die sehr oft/oft (2,24) im Vergleich zu manchmal/selten (2,61) oder nie (2,76) Diskriminierung im Gesundheitsbereich erlebten oder geringe (2,47) im Vergleich zu mittlerer (2,68) oder starker (2,85) sozialer Unterstützung berichteten, schätzten die Versorgungsqualität niedriger ein. Diese Unterschiede blieben im multivariablen Regressionsmodell statistisch signifikant (p<0,01).

Diskussion: Die Ergebnisse weisen auf Unterschiede in der Versorgungsqualität in Bezug auf soziale Determinanten hin, könnten zugleich aber u.a. Unterschiede in der kritischen Betrachtung widerspiegeln. Gerade bei fehlender sozialer Unterstützung und Diskriminierungserfahrung im Gesundheitsbereich ist der Aufbau einer guten Behandlungszusammenarbeit von Bedeutung. Eine Untersuchung dazu, welche Versorgungsaspekte unterschiedlich oft erlebt werden, könnte Ansätze für eine Erhöhung der Versorgungsqualität aufzeigen.

Take Home Message für die Praxis: Die beobachteten Unterschiede in der selbsteingeschätzten Versorgungsqualität chronischer Erkrankungen nach sozialen Determinanten weisen darauf hin, dass Maßnahmen zur Stärkung einer chancengerechten Versorgung erforderlich sind.

Interessenkonflikte: Keine