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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Entwicklung von Strategien zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei Hitze für Gesundheitsfachpersonen und Patient:innen: Herausforderungen in einem Delphi-Verfahren

Christina Princk - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Svenja Arendt - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Franziska Annemarie Herbst - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Katharina van Baal - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Zunahme von Hitze durch den Klimawandel ist mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden. Verschiedene Medikamente können hitzebedingte Gesundheitsrisiken verstärken. Bislang fehlen evidenzbasierte, konsentierte Strategien für die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei Hitze, die Hausärzt:innen und anderen Gesundheitsfachpersonen als Entscheidungsgrundlage dienen können.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Projekts ADAPT-HEAT (Adaptation of drug therapy during hot seasons; Innovationsfonds beim G-BA; 01VSF23016; 01.2024–12.2026) ist die Entwicklung der sog. „CALOR-Liste“ mittels Delphi-Verfahren, die evidenzbasierte, konsentierte und sektorenübergreifend gültige Strategien zur AMTS bei Hitze enthält./

Welche Herausforderungen konnten im Verlauf des Delphi-Verfahrens identifiziert werden?

Material & Methoden: Die Herausforderungen im Delphi-Verfahren im Projekt ADAPT-HEAT (Nov 2024 – Mai 2025) wurden systematisch aus den Freitextantworten der Expert:innen extrahiert. Das Projektteam hat diese in Excel dokumentiert und in regelmäßigen Teambesprechungen diskutiert.

Ergebnisse: N=33 Expert:innen haben über drei Befragungsrunden am Delphi-Verfahren teilgenommen (Rücklauf: 54%). Die zeitliche Belastung der Teilnehmenden pro Runde lag bei Ø= 40 Minuten, wobei Ø= 45 Strategien hinsichtlich ihrer Relevanz und Umsetzbarkeit bewertet wurden. Bereits die Entwicklung von Strategien zur AMTS bei Hitze war aufgrund eines Mangels an klinischen Studien schwierig. Die erste Befragungsrunde umfasste dennoch 76 Strategien, was eine übersichtliche Darstellung erschwerte. Übergeordnete Themen, die in den Freitextantworten der Expert:innen adressiert wurden, wie berufsspezifische Zuständigkeiten, im Sinne von wer darf welche Aufgaben übernehmen, waren in der Überarbeitung der Strategien herausfordernd. Auch die Formulierung allgemeingültiger Strategien war schwierig, da Patient:innen entsprechende Arzneimittel individuell verordnet bekommen. Ebenso fehlte den Expert:innen innerhalb der Strategien eine Definition von Hitze, wobei die Integration erschwert war, da es bisher keine einheitliche Definition von Hitze gibt.

Diskussion: Die Delphi-Methode war trotz der Herausforderungen zur Entwicklung von Strategien zur AMTS bei Hitze geeignet, um der begrenzten Evidenzbasis zu begegnen. Klinische Expertise konnte so in die Entwicklung praktischer Strategien integriert werden.

Take Home Message für die Praxis: Der Input von Expert:innen kompensiert die Evidenzlücken, erhöht die Praxisrelevanz und bildet die Grundlage für möglichst konkrete, evidenzbasierte Strategien zur AMTS bei Hitze.

Interessenkonflikte: Keine