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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Impfstatus und Impfbereitschaft nach beruflichen Merkmalen: Ergebnisse der Gutenberg COVID-19-Studie
Text
Hintergrund: Studien zur Assoziation von beruflichen Charakteristika und dem SARS-CoV-2 Impfverhalten in Deutschland sind limitiert.
Zielsetzung/Fragestellung: Unterscheiden sich der Impfstatus und die Impfbereitschaft nach Berufshauptgruppe und beruflichem Anforderungsniveau?
Material & Methoden: Es wurden Daten der Gutenberg COVID-19 Studie (Region Mainz/Bingen) genutzt und Baseline-Berufsdaten (Oktober 2020 – April 2021) von 5.285 Beschäftigten zwischen 18–64 Jahren mit Impf-Angaben der zweiten Pandemiewelle (FU; März – Juni 2021) kombiniert. Waren die Beschäftigten nicht gegen SARS-CoV-2 geimpft, wurde die Impfbereitschaft erfasst (0=sehr unwahrscheinlich bis 6=sehr wahrscheinlich). Berufe wurden nach KldB-2010 codiert. Wir untersuchten Unterschiede nach Berufshauptgruppe (37 KldB 2-Steller; Referenz (Ref.): Berufe der Unternehmensorganisation) und vier Anforderungsniveaus (5. Stelle der KldB; Ref.: qualifizierte Fachkräfte) mit adjustierten robusten Poisson-Modellen (Prävalenzratios, 95%-KI) sowie ordinalen Regressionen (Odds Ratios).
Ergebnisse: Unter den Beschäftigten (Ø 48,2 Jahre, 51,1% Frauen) waren 46,0% zum FU geimpft. Die höchsten Impfquoten zeigten Gesundheitsberufe, medizinische: PR=1,76 (95% KI: 1,61-1,93) und nicht-medizinische: PR=1,55 (1,31-1,84) sowie Berufe in Erziehung, Sozialarbeit, Hauswirtschaft & Theologie: PR=1,59 (1,42-1,77). Berufe mit den geringsten Impfquoten waren Ausbauberufe: PR=0,14 (0,06-0,89), Produktdesign/Kunsthandwerk: PR=0,23 (0,06-0,85), Geo- & Umweltschutzberufe: PR=0,33 (0,13-0,82).
Impfbereit waren 89,7% aller Ungeimpften. Der Anteil Impfbereiter war am geringsten in der Rohstoffgewinnung & Keramikverarbeitung: OR=0,10 (0,02-0,41), in medizinischen Gesundheitsberufen: OR=0,22 (0,13-0,37) und in Ausbauberufen: OR=0,23 (0,09-0,59). Mit abnehmendem Anforderungsniveau nahm die Impfbereitschaft ab: OR=0,30 (0,16–0,56).
Diskussion: Berufe mit höherem Infektionsrisiko wiesen höhere Impfquoten auf – auch vor der einrichtungsbezogenen Impfpflicht im Gesundheitswesen. Die Impfbereitschaft war in Gruppen mit besonders hoher als auch geringer Impfquote am schwächsten, was auf komplexe Zusammenhänge hinweist. Positive Zusammenhänge von beruflichem Anforderungsniveau und Impfbereitschaft stützen entsprechende Ergebnisse zum Einfluss von Bildung.
Take Home Message für die Praxis: Das berufliche Expositionsrisiko und Anforderungsniveau prägen das Impfverhalten Beschäftigter. Impfstrategien sollten beide Dimensionen adressieren und ggf. ergänzend verstärkten alternativen Infektionsschutz integrieren.
Interessenkonflikte: Keine



