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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Zwischen Erfahrung und Erwartung: Perspektiven von Betroffenen und Stakeholdern zu Behandlungswegen und psychologischen Herausforderungen bei Post-/Long-COVID: Ergebnisse aus Einzelinterviews und Fokusgruppen

Carolin Gonschorek - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Veronika van der Wardt - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Annika Viniol - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Nicole Lindner - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Das Post-COVID-Syndrom stellt eine komplexe medizinische, wissenschaftliche und gesundheitspolitische Herausforderung dar. Die Langzeitfolgen beeinflussen Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und Gesundheitsökonomie erheblich.

Zielsetzung/Fragestellung:

  • Welche Erfahrungen & Ansichten haben Betroffenen & Stakeholder zu aktuellen Behandlungswegen von Menschen mit Post-/Long-COVID?
  • Welche psychologischen Herausforderungen begegnen Betroffene und Stakeholder im Zusammenhang mit COVID Folgeerkrankungen?
  • Welche Erwartungen und welche Ideen haben beide Gruppen für eine Verbesserung der Behandlungssituation?

Material & Methoden: Von Mai – Dezember 2025 führten wir eine qualitative, leitfadengestützte Interviewstudie (Einzelinterviews (n=34) / 2 Fokusgruppen (n=12)) im Rahmen des Progress Projekt mit Betroffenen von Post-/ Long COVID in Hessen durch. Die Auswertung folgt der thematischen Inhaltsanalyse nach Braun und Clarke (2019).

Ergebnisse: Erste Analysen zeigen einen belastenden Diagnoseweg mit hohem Eigenengagement und finanziellem Aufwand der Betroffenen sowie individuell geprägten, symptomorientierten Behandlungsansätzen. Es bestehen teils erhebliche Beschwerden mit hohem Leidensdruck. Betroffene und Stakeholder wünschen sich einen respektvollen Umgang, bedarfsgerechte Begleitung, Verbesserung der Lebensqualität, Edukation und Fortbildungen sowie leitliniengestützte, ressourcenorientierte Versorgungskonzepte.

Diskussion: Post-/ Long-COVID wird in der Primärversorgung als komplexes, ressourcenintensives Geschehen mit Unsicherheit in Diagnostik und Therapie erlebt. Erforderlich erscheinen integrierte Versorgungsmodelle, die medizinische, psychosoziale und rehabilitative Angebote verbinden sowie eine kontinuierliche, vertrauensbasierte Arzt-Patienten-Beziehung und strukturierte, gut zugängliche Unterstützungsangebote fördern.

Take Home Message für die Praxis: Post-/ Long-COVID erfordert in der hausärztlichen Versorgung eine individuell ausgerichtete, multidimensionale Versorgung.

Interessenkonflikte: Keine