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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Entwicklung einer Plattform für Entscheidungshilfen in Deutschland: meine-gesundheitsentscheidung.de

Lena Fischer - Medizinische Hochschule Brandenburg, Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Deutschland; Medizinische Hochschule Brandenburg, Zentrum für Versorgungsforschung, Deutschland
Torsten Karge - CGS Clinical Guideline Services GmbH, Deutschland; Charité-Universitätsmedizin, Abteilung für Gastroenterologie, Infektionskrankheiten und Rheumatologie, Deutschland
Thomas Langer - Deutsche Krebsgesellschaft e.V., Office des Leitlinienprogrammes Onkologie, Deutschland
Fülöp Scheibler - SHARE TO CARE. Patientenzentrierte Versorgung GmbH, Deutschland; Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Nationales Kompetenzzentrum Shared Decision Making, Deutschland
Leon V. Schewe - SHARE TO CARE. Patientenzentrierte Versorgung GmbH, Deutschland
Clara Orduhan - Medizinische Hochschule Brandenburg, Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Deutschland; Medizinische Hochschule Brandenburg, Zentrum für Versorgungsforschung, Deutschland
Katharina Hartmann - Mother Hood e.V., Deutschland
Udo Ehrmann - Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., Deutschland
Dawid Pieper - Medizinische Hochschule Brandenburg, Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Deutschland; Medizinische Hochschule Brandenburg, Zentrum für Versorgungsforschung, Deutschland

Text

Hintergrund: Entscheidungshilfen (EHs) unterstützen Patient:innen bei Gesundheitsentscheidungen, indem sie evidenzbasierte Informationen zu verfügbaren Optionen sowie deren Nutzen und Risiken bereitstellen und die Reflexion individueller Präferenzen fördern. Trotz ihrer nachgewiesenen positiven Effekte werden EHs im Versorgungsalltag bislang wenig genutzt. In Deutschland entwickeln mehrere Anbieter regelhaft qualitativ hochwertige EHs; eine zentrale Plattform, die den Zugang erleichtert und ihre Nutzung fördert, fehlt jedoch bislang.

Zielsetzung/Fragestellung: Um diese Barrieren zu adressieren und die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patient:innen und Angehörigen der Gesundheitsberufe zu fördern, soll eine digitale Plattform für EHs aufgebaut werden.

Material & Methoden: Die Plattform wird in einem multidisziplinären Team aus Forschenden, Erstellenden von EHs, Informationsspezialist:innen und Patientenvertreter:innen iterativ nach den Prinzipien des nutzerzentrierten Designs entwickelt.

Ergebnisse: Iterative Entwicklungszyklen und enge multidisziplinäre Zusammenarbeit erwiesen sich als zentral, um methodische Anforderungen mit praktischer Umsetzbarkeit in Einklang zu bringen. Die Entwicklung soll Ende 2026 abgeschlossen werden. Eine Arbeitsversion ist bereits verfügbar: meine-gesundheitsentscheidung.de. Über das Backend können Erstellende bestehende EHs verlinken oder hochladen, während ein integrierter Online-Editor die Entwicklung neuer EHs ermöglicht. Über das Frontend können Nutzende nach relevanten EHs suchen. Eine Kommentarfunktion erlaubt es, Feedback an Erstellende zu geben (z.B. wenn patient:innenrelevante Informationen fehlen) oder Themen vorzuschlagen, für die bislang keine EHs verfügbar sind.

Diskussion: Durch die Integration vertrauenswürdiger EHs verschiedener Anbieter soll die Plattform Patient:innen und Angehörigen der Gesundheitsberufe den Zugang zu EHs für unterschiedliche Gesundheitsthemen erleichtern. Erstellende werden durch den Online-Editor bei der Erstellung neuer EHs unterstützt. Ein nächster wichtiger Schritt ist die Integration bereits existierender EHs. Daher laden wir Erstellende ein, ihre EHs in die Plattform einzubringen. Parallel dazu arbeiten wir an einem Nachhaltigkeitskonzept zur Sicherstellung des Betriebs über die Projektlaufzeit hinaus.

Take Home Message für die Praxis: Die Plattform wird die Entwicklung neuer EHs erleichtern und den Zugang zu vertrauenswürdigen EHs verbessern. Dadurch kann die gemeinsame Entscheidungsfindung in der Praxis gestärkt werden.

Interessenkonflikte: L. Schewe und F. Scheibler sind bei SHARE TO CARE. Patientenzentrierte Versorgung GmbH tätig. SHARE TO CARE entwickelt Entscheidungshilfen, die potenziell auf der beschriebenen Plattform berücksichtigt werden könnten.

T. Karge ist Geschäftsführer und Anteilseigner der CGS GmbH. Die CGS GmbH erhält als Kooperationspartner eine Forschungsförderung im Rahmen des Innfondsprojektes EDELL.

Andere: keine