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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Elektronische Patientenakte (ePA) – Nutzung, Einstellungen und Herausforderungen in Hausarztpraxen in Sachsen und Hessen das Jahresupdate
Text
Hintergrund: Die ePA soll die Qualität der medizinischen Versorgung durch eine verbesserte Verfügbarkeit von Patientendaten steigern. Ab Januar 2025 wurde die Version 3.0 in Modellregionen erprobt und evaluiert; seit dem 1. Oktober 2025 ist die Nutzung für alle Hausarztpraxen verpflichtend. Von Beginn an gab es Bedenken bezüglich des Datenschutzes, aufgedeckter Sicherheitslücken, technischer Schwierigkeiten oder eines hohen administrativen Aufwands. Mittlerweile hat die Mehrheit der Versicherten eine ePA, die aktiv durch die Hausärzte befüllt wird.
Zielsetzung/Fragestellung: Wie veränderten sich die Erfahrungen und Einstellungen von Hausarztpraxen zur ePA in Sachsen und Hessen über das erste Nutzungsjahr?
Material & Methoden: Das Forschungspraxennetz SaxoForN erhebt quartalsweise Abrechnungs- und Strukturdaten in hessischen und sächsischen Hausarztpraxen. Von Q1/2025 bis einschließlich Q4/2025 erhoben wir, wie häufig die ePA befüllt und wie der erwartete oder erlebte Nutzen der ePA im hausärztlichen Alltag bewertet wurde. Zusätzlich wurden Praxen zu wahrgenommenen Hürden bei der Implementierung im Praxisalltag befragt. Die Fragen orientierten sich am Technology Acceptance Model (TAM), die Erhebung erfolgte über einen Online-Fragebogen (REDCap), die Analyse deskriptiv mittels R.
Ergebnisse: Pro Quartal beteiligten sich 40–50 Hausarztpraxen an der Abfrage. Im Verlauf der Befragung begannen nahezu alle Praxen mit der Nutzung der ePA. Anfängliche Sorgen zum Datenschutz oder Implementierungshürden traten mit der Zeit in den Hintergrund und wurden von den Praxen gelöst. Gleichzeitig wurde bisher kein substanzieller Mehrwert benannt, was sich auch mit steigenden Nutzungszahlen nicht änderte. Die Teilnehmenden sehen die größten Hindernisse hierfür in der unstrukturierten Dokumentenablage in der ePA sowie der mangelnden Beteiligung von Kliniken und Fachärzten.
Diskussion: Mit Ausnahme einiger weniger Ablehner starteten die Hausarztpraxen mit der Nutzung der ePA. Überwiegend gelang ihnen eine erfolgreiche Implementierung in den Praxisablauf; anfängliche Bedenken sanken mit zunehmender Erfahrung und Gewöhnung. Bislang wurden allerdings keine substanziellen Mehrwerte für Arzt oder Patient identifiziert. Um den Nutzen der ePA zu steigern, ist die Beteiligung von Kliniken und Fachärzten sowie ein strukturiertes Ablagesystem mit Filter- und Suchfunktionen dringend notwendig.
Take Home Message für die Praxis: Hausarztpraxen in SaxoForN gelingt die Implementierung der ePA in den Praxisalltag, der versprochene Mehrwert für die Versorgung bleibt jedoch bislang aus.
Interessenkonflikte: Keine



