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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Einbindung der klinischen Krebsregister in die externe Qualitätssicherung – das QS-Verfahren Lokal begrenztes Prostatakarzinom

Katharina Allers - IQTIG, Deutschland
Richard Jens Meier - IQTIG, Deutschland
Julia Ostermann - IQTIG, Deutschland
Kathrin Wehner - IQTIG, Deutschland

Text

Hintergrund: Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein Qualitätssicherungsverfahren (QS-Verfahren) zum lokal begrenzten Prostatakarzinom entwickelt. Neben Sozialdaten bei den Krankenkassen sollen erstmalig Daten bei den klinischen Krebsregistern für die externe QS genutzt werden. Grundlage hierfür sind die gesetzlichen Vorgaben in § 65c SGB V, die eine Zusammenarbeit zwischen den klinischen Krebsregistern und dem G-BA zur Durchführung von QS-Maßnahmen zur Verbesserung der onkologischen Versorgung ermöglichen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des QS-Verfahrens ist es, die urologisch-onkologische Versorgungsqualität bei der Behandlung von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom einrichtungsübergreifend zu vergleichen und zu verbessern.

Material & Methoden: Die Nutzung von Daten bei den klinischen Krebsregistern stellt eine innovative Weiterentwicklung der verpflichtenden QS des G-BA dar. In Verbindung mit der Nutzung von Sozialdaten bei den Krankenkassen handelt es sich bei diesem QS-Verfahren um das erste Verfahren, bei dem keine zusätzliche Dokumentation beim Leistungserbringer notwendig ist. Eine ergänzende Patientenbefragung zur Abbildung der Patientenperspektive wurde vom IQTIG entwickelt und dem G-BA zur Beratung übergeben.

Ergebnisse: Es wurden 10 Qualitätsindikatoren sowie 9 Kennzahlen zur Abbildung der Versorgungsqualität von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom entwickelt. Diese adressieren die Bereiche Diagnostik, Indikationsstellung, Durchführung und Ergebnisse der Therapieoptionen (radikale Prostatektomie, perkutane Strahlentherapie/Brachytherapie sowie Aktive Überwachung) hinsichtlich der Prozess- und Ergebnisqualität. Zudem legt die Patientenbefragung thematische Schwerpunkte auf Information und Aufklärung, partizipative Entscheidungsfindung und Ergebnisqualität aus Patientensicht.

Diskussion: Die Beratungen im G-BA zur Einführung des QS-Verfahrens stehen kurz vor dem Abschluss. Im Anschluss kann das QS-Verfahren bundesweit umgesetzt werden. Das IQTIG hat einen Erprobungszeitraum empfohlen, um mögliche Hürden mit der neuen Datenquelle der klinischen Krebsregister zu identifizieren und die Datenflüsse zwischen den Institutionen zu etablieren.

Take Home Message für die Praxis: Das QS-Verfahren bildet – unter erstmaliger Nutzung der Daten bei den klinischen Krebsregistern für die externe QS – relevante Facetten der Versorgungsqualität beim lokal begrenzten Prostatakarzinom ab, ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand für die Leistungserbringer zu erzeugen.

Interessenkonflikte: Keine