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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Transdiagnostische dimensionale Psychopathologie und Lebensqualität: Zusammenhänge zwischen B-HiTOP und SF-12

Annette Bergmüller - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Mariebelle Kaus - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Nathalie Hess - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Sabrina Kierspel - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Suyang Wang - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Paul Bengart - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Bodo Vogt - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Magdeburg, Deutschland
Claudia Buntrock - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Christian Apfelbacher - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die kategoriale Klassifikation psychischer Störungen wird zunehmend kritisiert, da sie Komorbidität und subklinische Symptome unzureichend abbildet. Innovativere, transdiagnostische Ansätze beschreiben Psychopathologie stattdessen dimensional entlang übergeordneter Symptomspektren. Mit dem Brief Hierarchical Taxonomy of Psychopathology Questionnaire (B-HiTOP) liegt ein Instrument zur differenzierten Erfassung zentraler Dimensionen vor. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-12) ist ein wichtiger patientenbezogener Outcome-Parameter, dessen Zusammenhang mit HiTOP-Dimensionen bislang unzureichend untersucht ist.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersucht werden die Korrelationen zwischen B-HiTOP-Dimensionen und physischer (PCS) sowie psychischer (MCS) Lebensqualität.

Diskussionspunkt: Internalisierende und somatoforme Symptome sind besonders eng mit geringerer psychischer Lebensqualität verbunden. Auffällig ist die weitgehende Abwesenheit von Zusammenhängen zwischen B-HiTOP-Dimensionen und physischer Lebensqualität. Das deutet auf eine mögliche Trennung zwischen körperlichem Erleben und psychischer Belastung hin. Unerwartet berichten Personen mit hoher körperlicher Lebensqualität tendenziell höhere Internalizing-Werte, möglicherweise aufgrund höherer Leistungsansprüche und damit verbundener emotionaler Belastungen. Limitationen sind das querschnittliche Design und die geringe Stichprobengröße; Kausalstudien sind erforderlich.

Inhalt: MCS zeigt in einer Stichprobe von N = 185 Proband:innen (42,6 ± 12,3 Jahre; 51,4% männlich, 46,5% weiblich, 0,5% divers, 1,6% k. A.) konsistent signifikante negative Korrelationen (p < .05) mit allen B-HiTOP-Dimensionen, insbesondere mit Internalizing (r = −.673) und Somatoform (r = −.614). Korrelationen mit Detachment, Thought Disorder, Disinhibition und Antagonism sind schwächer (r = −.232 bis −.514) ausgeprägt. Auch der p-Faktor, der die allgemeine Psychopathologie über alle sechs erfassten Symptomspektren misst, korreliert stark negativ mit MCS (r = −.703; p < .01). PCS korreliert hingegen nur schwach mit den B-HiTOP-Dimensionen: Es zeigt sich lediglich eine niedrige signifikante Korrelation mit Internalizing (r = .223), während weitere Zusammenhänge gering und nicht signifikant sind (p > .05).

Take Home Message für die Praxis: Psychische Lebensqualität ist eng mit dimensionaler Psychopathologie verknüpft. Ansätze wie B-HiTOP ermöglichen eine differenzierte Einschätzung und können eine gezieltere, patientenorientierte Versorgung unterstützen.

Interessenkonflikte: Keine