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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Gesundheit als Ressource – evidenzbasierte Merkmale für die Förderung gesundheitskompetenter Organisationen

Berit Marquardt - Universität Bielefeld, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft, Bielefeld, Deutschland
Stefanie Mache - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE), Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin, Hamburg, Deutschland

Text

Hintergrund: In Zeiten steigender Anforderungen an Beschäftigte und Organisationen gewinnt die Förderung gesundheitskompetenter Strukturen an Relevanz, welche außerhalb des Gesundheitswesens kaum systematisch adressiert wurde. Unternehmen sind bedeutende Settings, die zur Gesundheit ihrer Beschäftigten beitragen. Während im Gesundheitssektor bereits fundierte Konzepte zur Organisationalen Gesundheitskompetenz (OGK) existieren, fehlen diese für die übrige Arbeitswelt.

Zielsetzung/Fragestellung: Hinsichtlich der Übertragbarkeit bestehender Ansätze und der Wissenslücke außerhalb des Gesundheitssektors wurde ein explorativer qualitativer Ansatz zur Entwicklung eines Konzepts für Gesundheitskompetente Organisationen (GKO) gewählt. Die leitende Frage war, welche Faktoren für die Förderung der OGK außerhalb der Gesundheitsversorgung von Bedeutung sind.

Material & Methoden: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine empirische Studie mittels problemzentrierter Interviews mit zehn Beschäftigten einer öffentlichen Organisation ohne direktem Gesundheitsbezug in Deutschland durchgeführt. Die Interviews wurden digital durchgeführt, transkribiert und nach der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz & Rädiker (2024) ausgewertet.

Ergebnisse: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Priorisierung von Gesundheit die Grundlage für die Förderung der OGK bildet, während eine gesundheitsfördernde Organisationskultur und Führungskompetenzen ebenso zentrale Faktoren darstellen. Weitere Elemente umfassen die Berücksichtigung von Diversität und Chancengerechtigkeit, die Gestaltung einer geeigneten Arbeitsinfrastruktur sowie den Zugang zu Gesundheitsangeboten. Darüber hinaus sind die Individuelle Gesundheitskompetenz (IGK) und Partizipation entscheidend.

Diskussion: Diese acht Faktoren zeichnen die OGK in Unternehmen aus. Eine GKO stellt innerhalb dieser die notwendigen Strukturen, Ressourcen und Kompetenzen, sodass Beschäftigte gesundheitskompetente Entscheidungen treffen können. Es bedarf zukünftiger Forschung, welche die Faktoren validiert und ungeklärte Kausalbeziehungen zwischen IGK und OGK untersucht. Nur durch die Bereitstellung organisationaler Ressourcen „ist eine hohe Ausprägung der individuellen Gesundheitskompetenz zu erwarten“ (Zeike et al. 2023).

Take Home Message für die Praxis: Eine gezielte Stärkung der OGK erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der strukturelle und individuelle Perspektiven berücksichtigt.

Interessenkonflikte: Keine