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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Gesundheitsinformationen auf Instagram – Inhalt und Bewertung von gesundheitsbezogenen Instagram Reels am Beispiel Kinderernährung

Katharina Sieferle - Pädagogische Hochschule Freiburg, Public Health und Health Research i. Gr., Deutschland
Elisa Feißt - Pädagogische Hochschule Freiburg, Public Health und Health Research i. Gr., Deutschland
Helena Wolf - Pädagogische Hochschule Freiburg, Public Health und Health Research i. Gr., Deutschland
Eva Maria Bitzer - Pädagogische Hochschule Freiburg, Public Health und Health Research i. Gr., Deutschland

Text

Hintergrund: Social Media Plattformen wie Instagram dienen vielen Menschen als zentrale Quelle für Gesundheitsinformationen. Sie ermöglichen eine niederschwellige, schnelle und weite Verbreitung von Inhalten, bergen jedoch zugleich ein hohes Risiko für Falsch- und Desinformationen. Insbesondere Themen wie Kinderernährung, Beikost oder Nahrungsergänzungsmittel sind auf Instagram weit verbreitet.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, inwieweit gesundheitsbezogene Inhalte in Reels zu Beikost und Vitamin D in der Kindheit den Empfehlungen in hochwertigen, evidenzbasierten Leitlinien entsprechen, und wie viele Nutzer:innen diese Inhalte erreichen.

Material & Methoden: Zwischen dem 10.11.2025 und 09.12.2025 wurden gezielt Reels unterschiedlicher Creator:innen (u.a. Gesundheitsfachkräfte, Influencer, Eltern) zu diversen Themen im Bereich Beikost und Vitamin D in der Kindheit auf Instagram gesucht. Insgesamt wurden 110 Reels zu Beikost und 109 zu Vitamin D identifiziert. Zu Reels und Creator:innen wurden deskriptive Metadaten (Anzahl der Follower, Views, Likes, etc.) erhoben.

In einer Pilot-Analyse wurden bisher die Inhalte von 10 Beikost- und 10 Vitamin D-Reels transkribiert, gesundheitsbezogene Aussagen extrahiert und mit einschlägigen Leitlinien zu frühkindlicher Ernährung und Vitamin D abgeglichen. Die Aussagen wurden als „leitlinienkonform“, „teilweise konform“, „widersprechend“ und „nicht adressiert“ kategorisiert.

Ergebnisse: Die 20 Reels enthalten 81 Aussagen zu Beikost und 61 zu Vitamin D. Von den Aussagen zu Beikost sind 44.4% leitlinienkonform (Vitamin D: 42.6%), 22.2% teilweise konform (Vitamin D: 4.9%), 11.1% widersprechend (Vitamin D: 9.8%) und 22.2% sind in Leitlinien nicht adressiert (Vitamin D: 42.6%).

60% der Beikost-Reels (Vitamin D: 40%) enthalten mindestens eine Leitlinien-widersprechende Aussage. Die durchschnittliche Reichweite der Reels liegt bei 125.289 Views (Beikost) bzw. 48.610 Views (Vitamin D).

Diskussion: Ein relevanter Anteil der bisher untersuchten Inhalte ist nicht leitlinienkonform, erreicht aber dennoch große Zielgruppen. Dies erhöht das Risiko suboptimaler (Gesundheits-)Entscheidungen.

Qualitätssicherung und klare, evidenzbasierte Kommunikation sind deshalb auf Social Media besonders wichtig.

Take Home Message für die Praxis: Für die Praxis bedeutet dies, dass Gesundheitsfachkräfte Social Media Inhalte aktiv einordnen und bei Bedarf korrigieren sollten, um Falsch- und Desinformationen gegenzuwirken, während Nutzende befähigt werden sollten, Beiträge kritisch zu bewerten.

Interessenkonflikte: Keine