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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nuremberg

Meeting Abstract

Management und Therapiestrategien bei cornealen Einschmelzungen

Betül Günal - Klinikum Frankfurt Höchst, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main
Carla Herberg - Klinikum Frankfurt Höchst, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main
Urs Voßmerbäumer - Klinikum Frankfurt Höchst, Klinik für Augenheilkunde, Frankfurt am Main

Text

Zielsetzung: Neben infektionsbedingten Ulcera und direkten Verletzungen können auch durch Zustände körperlichen Neglects und psychische Erkrankungen Pathologien der Hornhaut verursacht werden, die zur Defektbildung führen können. In diesen Fällen erfolgt die Vorstellung in augenärztlicher Betreuung häufig verzögert. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie fortgeschrittene corneale Einschmelzungen, insbesondere unter Bedingungen reduzierter Compliance und komplexer psychosozialer Begleitfaktoren, effektiv behandelt werden können und welche Bedeutung nicht-standardisierten chirurgischen Verfahren dabei zukommt.

Methode: Es wurde eine Serie klinischer Fallvignetten aus der Augenklinik Frankfurt Höchst analysiert, in denen schwere corneale Pathologien mittels nicht-standardisierter chirurgischer Verfahren versorgt wurden; darunter Amnionmembrantransplantationen, perforierende Sklerokeratoplastiken, Keratoplastiken à chaud sowie Kombinationen mit plastischer Lidchirurgie. Ergänzend wurden anamnestische, psychosoziale und postoperative Aspekte berücksichtigt.

Ergebnis: In den analysierten Fällen zeigte sich überwiegend ein progredienter Krankheitsverlauf, begünstigt durch eingeschränkte Therapieadhärenz und psychische Komorbiditäten. Bei einem Großteil der Patienten lag bereits bei Erstvorstellung eine Hornhautperforation vor. Durch individuell angepasste chirurgische Interventionen konnte in ausgewählten Fällen eine funktionelle Stabilisierung bzw. Verbesserung des Visus erreicht werden. Die postoperative Nachsorge erwies sich jedoch im gesamten Kollektiv als herausfordernd.

Schlussfolgerung: Das Management cornealer Einschmelzungen erfordert ein multidimensionales Behandlungskonzept, bestehend aus medikamentösen, chirurgischen und sozialen Maßnahmen. Insbesondere psychosoziale Faktoren und die Sicherstellung der Therapieadhärenz sind entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg. Eine individualisierte, interdisziplinäre Herangehensweise ist daher unerlässlich.