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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nuremberg

Meeting Abstract

Implantation einer individuellen torischen Intraokularlinse zur Korrektur eines extremen kornealen Astigmatismus von 17 Dioptrien nach perforierender Keratoplastik

Loay Daas - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Augenheilkunde, Homburg
Berthold Seitz - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Augenheilkunde, Homburg
Timo Eppig - Universität des Saarlandes, Institut für Experimentelle Ophthalmologie, Homburg

Text

Zielsetzung: Wir berichten über die erfolgreiche Implantation einer individuellen torischen Intraokularlinse bei einer 52-jährigen Patientin mit Zustand nach perforierender Keratoplastik nach Keratokonus und kornealem Astigmatismus von 17 dpt.

Methode: Die Erstdiagnose erfolgte bereits 2001, woraufhin 2022 eine perforierende Keratoplastik durchgeführt wurde. Nach Entfernung des zweiten Hornhautfadens 2023 betrug die bestkorrigierte Sehschärfe 0,3. Im Juli 2025 stellte sich die Patientin erneut vor, in der spaltlampenmikroskopischen Untersuchung wurde eine ausgeprägte Linsentrübung festgestellt, der bestkorrigierte Visus lag bei 0,16. In der Keratometrie sowie der Pentacam zeigte sich ein außerordentlich hoher regulärer Astigmatismus von rund 17 dpt. Aufgrund des hohen kornealen Astigmatismus wurde die Linse zunächst getrennt in den einzelnen Hauptschnitten berechnet. Anschließend folgte eine Optimierung mit Hilfe von nicht-paraxialem Raytracing (ANSYS Zemax OpticStudio).

Ergebnis: Aus der Berechnung ergab sich eine Linse mit 19,8 dpt sphärischem Äquivalent und 24,0 dpt Zylinder. Die Linse (AMILens® Individual, AMIPLANT GmbH, Schnaittach) wurde daraufhin aus hydrophilem Acrylat gefertigt. Die Implantation erfolgte komplikationslos in Vollnarkose mit einem Medicel AccuJect 2.0P. Am ersten Tag postoperativ zeigte sich das Auge reizfrei und die unkorrigierte Sehschärfe betrug 0,4. Zwei Wochen postoperativ lag die unkorrigierte Sehschärfe unverändert bei 0,4 und die korrigierte Sehschärfe bei 0,5 mit einer Korrektur von +1,25 -5,25 @50°. Eine Änderung des kornealen Astigmatismus konnte als Ursache für den residualen Astigmatismus ausgeschlossen werden. Die Patientin war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Schlussfolgerung: Einzelfälle mit hohen kornealen Aberrationen unterstreichen das Potential individuell angefertigter torischer Intraokularlinsen im Portfolio der Therapieoptionen. Mit individuell angefertigten Linsen kann auch bei komplexer Ausgangssituation eine deutliche Verbesserung der Sehschärfe erzielt werden.