38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Korrelation zwischen epithelialen Parametern und der vorderen Hornhautkrümmung bei Keratokonus
Text
Ziel: Die Messung der Epitheldicke hat in der Diagnostik des Keratokonus, insbesondere in der Früherkennung subklinischer Formen der Erkrankung, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Es ist jedoch weiterhin unklar, welche Epithelparameter am besten zur Beurteilung des Schweregrades der Erkrankung geeignet sind. Ziel dieser Studie war die Analyse der Korrelation zwischen verschiedenen Epithelparametern und der maximalen Krümmung (Kmax) der Hornhautvorderfläche bei Patienten mit Keratokonus.
Methoden: Diese monozentrische Querschnittsstudie umfasste 60 Augen (ein Auge pro Patient, randomisiert) mit diagnostiziertem Keratokonus. Die Epitheldicke wurde mittels optischer Kohärenztomographie des vorderen Augenabschnitts (Anterion, Heidelberg Engineering) gemessen. Die resultierenden Epitheldickenkarten wurden in 41 Zonen unterteilt. Die mittleren Epitheldickendifferenzen zwischen den einzelnen Zonen und ihren angrenzenden Zonen (interzonale Epitheldickendifferenzen) sowie die Standardabweichung der mittleren Epitheldicke über alle Zonen wurden berechnet. Die Korrelation dieser Parameter mit Kmax wurde mittels Pearson-Korrelation analysiert; ein p-Wert < 0,05 wurde als statistisch signifikant angesehen.
Ergebnisse: Die Unterschiede in der interzonalen Epitheldicke in den naso-inferioren, parazentral-superioren und temporal-superioren Regionen zeigten eine statistisch signifikante und starke Korrelation mit Kmax (Korrelationskoeffizienten R = 0,728, 0,711 bzw. 0,704; alle p < 0,01). Die Standardabweichung der mittleren Epitheldicke zeigte ebenfalls eine statistisch signifikante und starke Korrelation mit Kmax (R = 0,611; p < 0,01). Im Gegensatz dazu zeigten die Unterschiede in der interzonalen Epitheldicke in der temporal-inferioren Region – die typischerweise mit frühen ektatischen Veränderungen assoziiert ist – keine statistisch signifikante Korrelation mit Kmax (R = 0,132; p = 0,31).
Schlussfolgerungen: Interzonale Unterschiede der Epitheldicke in den naso-inferioren, parazentralen-superioren und temporal-superioren Regionen sowie die Standardabweichung der mittleren Epitheldicke zeigen eine starke Korrelation mit Kmax und können daher als potenzielle Marker zur Beurteilung des Schweregrades des Keratokonus dienen.



