38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
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FAVAS verbessert die Sehschärfe bei amblyopen Kindern mit stagnierendem Visus – eine retrospektive Studie
Text
Ziel: In dieser Studie sollte untersucht werden, ob amblyope Kinder mit stagnierender bestkorrigierter Sehschärfe von einer in ein Computerspiel integrierten, zusätzlichen Stimulationstherapie, der Focal ambient visual acuity stimulation (FAVS), verglichen mit der alleinigen Okklusionstherapie, profitieren.
Methode: In diese retrospektive, multizentrische Studie wurden 227 Kinder mit Amblyopie, die trotz 90-tägiger Okklusionstherapie eine Stagnation der Sehschärfe aufwiesen, eingeschlossen. Um eine Vergleichbarkeit zwischen den Gruppen herzustellen, erfolgte ein Propensity-Score-Matching, woraus eine Stichprobe von 105 Personen (FAVAS n=50, Kontrollen n=55) resultierte. Die FAVAS Gruppe erhielt anschließend über weitere 90 Tage zusätzlich zur fortgeführten Okklusionstherapie eine FAVAS-Behandlung (Caterna Vision GmbH, Potsdam), während die Kontrollgruppe die Okklusionstherapie weiterführte. Primärer Endpunkt war die Änderung der bestkorrigierten Sehschärfe (BCVA, logMAR); sekundärer Endpunkt war die Änderung des Stereosehens.
Ergebnis: Die FAVAS Gruppe zeigte eine signifikante Visusverbesserung um 0,15 logMAR (95% KI [0,11;0,18], p<0,001), verglichen mit einer Verbesserung von 0,01 logMAR (95% [-0,02;0,04], p=0,356) in der Kontrollgruppe. Beide Gruppen erreichten keine signifikante Veränderung des Stereosehens.
Schlussfolgerung: Die kombinierte Therapie aus Okklusion und FAVAS war bei stagnierender Visusentwicklung amblyoper Kinder der alleinigen Okklusionstherapie überlegen und erzielte eine signifikante und klinisch relevante Verbesserung der Sehschärfe. Die Ergebnisse sprechen für die Kombination der digitalen Stimulationstherapie mit der Okklusion im Sinne einer wirksamen Ergänzung zur konventionellen Ablyopiebehandlung.



