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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nuremberg

Meeting Abstract

Prädiktoren für den 12-Monats-Erfolg eines supraziliären Drainage-Implantats unter Real-World-Bedingungen (STAR-LIFE)

Karsten Klabe - Internationale Innovative Ophthalmochirurgie, Düsseldorf
Kaweh Mansouri - Clinique de Montchoisi, Swiss Visio Glaucoma Research Center, Lausanne, Schweiz
Ewald Lindner - Medizinische Universität Graz, Department of Ophthalmology, Graz, Österreich
Burckhard Dick - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Augenheilkunde, Bochum
Swaantje Grisanti - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Augenheilkunde, Lübeck
Harsha Rao - University Medical Center, University Eye Clinic Maastricht, Maastricht, Niederlande
K. Sheng Lim - St. Thomas’ Hospital, KCL Frost Eye Research Department, London, Vereinigtes Königreich

Text

Zielsetzung: In einem Real-World-Setting wurden verschiedene Prädiktoren beurteilt, die den 12-Monats-Erfolg bei Glaukompatienten nach Implantation eines minimalinvasiven Drainage-Implantats (MINIject®; iSTAR Medical, Belgien) in den supraziliären Raum beschreiben können. Die Implantation erfolgte als Standalone-Eingriff (phake und pseudophake Augen) oder in Kombination mit einer Katarakt-OP; die Nachsorge entsprach der Routine des jeweiligen Operateurs.

Methode: STAR-LIFE ist eine Real-World-Beobachtungsstudie über 2 Jahre bei bis zu 320 erwachsenen Patienten. Als Erfolg wurde ein Augeninnendruck (IOD) ≤21 mmHg ohne sekundäre Glaukomoperation und ohne eine Erhöhung glaukomatöser Medikation definiert, wobei im Vergleich zum Ausgangswert entweder eine IOD-Senkung von ≥20% oder eine Reduktion der Medikamentenlast erreicht werden musste. Faktoren mit einem p-Wert <0,20 in der univariaten Analyse wurden in die multivariate Analyse aufgenommen. Ein Korrelationskoeffizient >0,50 wurde als stark angesehen. Stark kollineare Variablen wurden in separaten multivariaten Modellen untersucht.

Ergebnisse: An 13 Standorten (Schweiz, UK, Deutschland und Österreich) erfolgte eine Zwischenanalyse der ersten 218 Patienten mit 12 Monaten Nachbeobachtung, Die meisten der Patienten hatten ein primäres Offenwinkel- (POWG; 73,4%) oder ein Pseudoexfoliationsglaukom (17,0%). Die Mehrheit war kaukasischer Herkunft (85,8%) oder afrikanischer Abstammung (7,8%). Der durchschnittliche mittlere Gesichtsfelddefekt (VF MD) betrug -9,5±7,6 dB (moderat); die Prüfärzte stuften die Glaukome als moderat (40,8 %) oder schwer (32,1%) ein. Eine standalone MINIject-Implantation erfolgte bei 71,6% der Fälle. Insgesamt erreichten 57,3% der Patienten den definierten Erfolg. Erfolgsfaktoren waren eine kombinierte OP (Odds Ratio [OR]: 3,14 [1,44; 6,84]; p=0,004) sowie ein niedrigerer IOD nach 3 Monaten (OR für steigenden IOD: 0,88 [0,83; 0,94]; p<0,001). Der Behandlungserfolg war sowohl unabhängig vom Alter, Geschlecht und Linsenstatus, als auch vom Ausgangs-IOD und -Medikation, Schweregrad des Glaukoms, vorherigen operativen Glaukombehandlungen und dem Einsatz von Carboanhydrasehemmern zu Studienbeginn.

Schlussfolgerung: In dieser überwiegend kaukasischen POWG-Population war eine kombinierte Glaukom-Katarakt-Operation und ein niedriger IOD nach 3 Monaten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Behandlungserfolg 12 Monate nach MINIject-Implantation verbunden.