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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nuremberg

Meeting Abstract

Sequentielle ab interno Goniektomie (SAG)

Daniel M. Handzel - Augenzentrum Osthessen, Fulda

Text

Zielsetzung: Techniken der minimalinvasiven Glaukomchirurgie (MIGS), gliedern sich in inzisionale und exzisionale Ansätze. Die Überwindung des TMW gilt als wesentlicher Faktor der Abflussverbesserung. Wenn das TMW auf voller Breite exzidiert wird, sinkt das Risiko unerwünschter Wundheilung im TMW und peripherer Synechierung. Allerdings besteht im TMW ein komplexes Spannungsgefüge verschiedener Gewebe und ventilartiger Strukturen, das den Abfluss reguliert. Eine vollständige Exzision über bis zu 180 Grad könnte diese Strukturen und damit deren Funktion schwächen. Die sequentielle Goniektomie, bei der exzisionale Abschnitte abwechseln mit geschontem TM, könnte Vorteile einer vollständigen TMW-Exzision über die gesamte Breite bei Erhaltung wichtiger anatomischer Strukturen und Funktionen vereinen.

Methode: Der Eingriff beginnt mit Hauptschnitt und Parazentese. Darauf folgt die Injektion eines ophthalmischen Viskoelastikums (OVD) bzw. die Nutzung eines Infusionssystems, extern mit einem anterior chamber maintainer oder integriert in das MIGS-Gerät. Das Instrument wird in den SC eingeführt und nur eine Uhrstunde vorwärtsbewegt. Anschließend wird das Instrument aus dem SC entfernt, eine weitere Uhrzeit weiterbewegt und erneut in den SC eingeführt. Diese Sequenz wird bis zu fünfmal wiederholt, um bis zu 180 Grad des vorderen Kammerwinkels zu behandeln.

Ergebnis: Intra- und postoperative Kontrollen zeigen die Machbarkeit der Technik und das postoperative Erscheinungsbild multipler Sektoren-TM-Exzisionen (basierend auf Uhrstunden).

Schlussfolgerung: Die sequenzielle ab interno Goniektomie könnte essentielle anatomische Strukturen erhalten, die den Abfluss regulieren. Die SAG-Technik bzw. das SAG-Prinzip lässt sich mit allen verfügbaren exzisionalen Systemen durchführen. Größere Multizenterstudien sind nötig, um zu klären, ob diese Technik die Erfolgsquote in der MIGS-Chirurgie weiter erhöhen kann.