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37. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


15.-17.05.2025
Nuremberg


Meeting Abstract

Langzeitvergleich zweier glaukomchirurgischer Verfahren über 36 Monate: Kanaloplastik versus Kanaloplastik mit suprachoroidaler Drainage

Markus Ladewig 1
Rajvinder Müller 2
1Klinikum Fulda Universitätsmedizin Marburg – Campus Fulda, Augenklinik, Fulda
2Augenzentrum Bayern AZB, Garmisch-Partenkirchen

Text

Zielsetzung: In dieser retrospektiven Studie wurde die langfristige Wirksamkeit zweier chirurgischer Verfahren zur Behandlung des Glaukoms – Kanaloplastik und Kanaloplastik in Kombination mit einer suprachoroidalen Drainage – im Hinblick auf die Senkung des Augeninnendrucks (IOD) und die Reduktion des postoperativen Glaukommedikationsbedarfs über einen Zeitraum von 36 Monaten untersucht und verglichen.

Methode: Insgesamt wurden 345 Augen von Patienten mit Glaukom und ohne vorherige Glaukomoperation eingeschlossen. Drei erfahrene Chirurgen entschieden, ob ausschließlich eine Kanaloplastik (67 Augen) oder eine Kanaloplastik mit suprachoroidaler Drainage (278 Augen) durchgeführt wurde. Augen mit weiteren Glaukomoperationen wurden ausgeschlossen, während eine kombinierte Kataraktoperation kein Ausschlusskriterium darstellte. Der Augeninnendruck wurde mithilfe der Goldmann-Tonometrie nach 3, 6, 9, 12 und 36 Monaten gemessen.

Ergebnis: Beide Verfahren führten zu einer signifikanten IOD-Senkung und verringerten den Bedarf an Glaukom-Medikamenten über alle Nachbeobachtungszeitpunkte hinweg. Die kombinierte Methode (Kanaloplastik + suprachoroidale Drainage) zeigte ab dem 9. Monat eine stärkere IOD-Reduktion und bereits ab dem 6. Monat einen geringeren Medikamentenbedarf im Vergleich zur alleinigen Kanaloplastik. Nach 36 Monaten betrug die mittlere Reduktion des IOD in der kombinierten Gruppe von 23,18 ± 7,8 mmHg auf 14,25 ± 3,35 mmHg und in der Kanaloplastik-Gruppe von 24,5 ± 10,74 mmHg auf 14,91 ± 3,32 mmHg (p < 0.01).

Schlussfolgerung: Sowohl die Kanaloplastik als auch die Kanaloplastik in Kombination mit einer suprachoroidalen Drainage senken den Augeninnendruck effektiv und reduzieren den Bedarf an Glaukom-Medikamenten über mindestens 36 Monate. Die zusätzliche suprachoroidale Drainage scheint einen klinisch relevanten Vorteil zu bieten und stellt damit eine vielversprechende Option in der Glaukomchirurgie dar. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns und möglicher Selektionsverzerrungen sind jedoch weitere, idealerweise prospektiv-randomisierte Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und langfristige Auswirkungen in der klinischen Praxis zu beurteilen.