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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Hamatumbasierte Messung der karpalen Höhe: Validierung und klinische Relevanz nach Handgelenksendoprothese

Yonca Steubing - Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie BG Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Christopher Lehnhardt - Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie BG Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Marcus Lehnhardt - Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie BG Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Patrick Harenberg - Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie BG Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum, Deutschland

Text

Fragestellung: Die karpale Höhe ist ein etablierter radiologischer Parameter zur Beurteilung eines karpalen Kollapses. Klassische Messmethoden basieren auf dem Capitatum als Referenzstruktur, welches jedoch im Rahmen der Implantation von Handgelenksendoprothesen teilweise reseziert wird. Ziel dieser Studie war die Validierung eines alternativen, hamatumbasierten karpalen Höhenindex und die Evaluation der klinischen Relevanz der Restauration der karpalen Höhe.

Methodik: Insgesamt wurden 100 Handgelenke analysiert (50 mit fortgeschrittener radiokarpaler Arthrose, 50 gesunde Kontrollen). Es wurden verschiedene etablierte [Youm, Nattrass, Capitatum-Radius-Index (CRI)] und modifizierte (hamatumbasierte) karpale Höhenindizes bestimmt. Die diagnostische Güte wurde mittels ROC-Analyse bewertet. Zusätzlich wurden Korrelationen zwischen den Indizes berechnet. Die Interobserver-Reliabilität wurde anhand von Messungen dreier unabhängiger Untersucher mittels Intraklassenkorrelationskoeffizient (ICC, Zwei-Wege-Zufallsmodell, absolute Übereinstimmung) bestimmt.

Ergebnisse: Alle untersuchten Indizes zeigten signifikante Unterschiede zwischen gesunden und arthrotischen Handgelenken. Die höchste diagnostische Trennschärfe zeigte der Nattrass-Index (AUC 0,81), gefolgt vom CRI (AUC 0,74) und dem modifizierten Nattrass-Index (AUC 0,71). Die Interobserver-Reliabilität variierte deutlich zwischen den Methoden: Die bestehenden Indices nach Nattrass und Youm zeigten eine moderate Reproduzierbarkeit. Modifizierte Indizes wiesen eine verbesserte Reliabilität auf. Die höchsten Werte wurden für den CRI und den HRI (Hamatum-Radius-Index) erreicht (ICC bis 0,91). Eine erfolgreiche Wiederherstellung der karpalen Höhe war mit einer Verbesserung des klinischen Outcomes im Vergleich zum präoperativen Zustand assoziiert.

Schlussfolgerung: Hamatumbasierte modifizierte karpale Höhenindizes stellen eine valide und reproduzierbare Alternative zu etablierten capitatumbasierten Methoden dar. Sie können zur Beurteilung der Wiederherstellung der karpalen Höhe nach Handgelenksendoprothese herangezogen werden und bieten insbesondere bei fehlender Referenzstruktur des Capitatums einen klinischen Vorteil.