Logo

27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V. und ADANO
19.-21.03.2025
Göttingen


Meeting Abstract

Postoperative E-CERA Ableitungen bei Cochlea-Implantat Patienten

Silke Grober 1
Jana Annina Müller 1
Andreas Radeloff 1,2,3
Pascale Sandmann 1,2,3
1Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Evangelischen Krankenhaus, Oldenburg, Deutschland
2Forschungszentrum Neurosensorik, Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg, Deutschland
3Carl von Ossietzky Universität, Exzellenzcluster Hearing4All, Oldenburg, Deutschland

Text

Neben einem funktionsfähigen Hörnerv ist die Reizverarbeitung in der aufsteigenden Hörbahn eine essentielle Voraussetzung für eine erfolgreiche Cochlea-Implantat (CI) Versorgung. Um die Funktionsfähigkeit der Hörbahn abzuschätzen, kommen verschiedene elektrophysiologische Diagnostikverfahren, pre-, intra-, sowie postoperativ zur Anwendung. Um einen Hinweis auf eine erfolgreiche CI-vermittelte Reizverarbeitung im auditorischen Kortex zu erlangen, können via CI die späten elektrisch evozierten Potentiale (SEEP) mit Hilfe der E-CERA (Electrically Cortical Evoked Response Audiometry) registriert werden [1]. Dies ist insbesondere von Bedeutung, um eine Erklärung für unzureichendes oder nicht vorhandenes Sprachverstehen nach einer CI-Versorgung zu liefern [2], selbst wenn prä- und intraoperative Diagnostikverfahren, wie beispielsweise der E-BERA, erfolgreich durchgeführt wurden.

Um erste Referenzwerte für die CI-vermittelte Reizverarbeitung abzuleiten, wurden in dieser Pilot-Studie, postoperativ E-CERA-Messungen bei 10 erfahrenen, erwachsenen CI-Patienten durchgeführt. Die Ableitung der SEEP erfolgt über das Messsystem Eclipse (Interacoustics, Dänemark). In Anlehnung an die E-BERA Stimulationsparameter von Dziemba et al. [3] erfolgte eine elektrische bipolare Reizung der intracochleären Elektroden E11 und E18. Die Stimulation erfolgte über die Software Custom Sound EP 6.1 (Cochlear, Australien) mit Burst-Signalen unterschiedlicher Pulsweite, Amplitude und Dauer.

Erste Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen reproduzierbare SEEP in Form des P1-N1-P2-Komplexes in einem Latenzbereich von 50-250 ms. Der Einfluss der verschiedenen Parameter auf die SEEP wird vorgestellt und diskutiert.


References

[1] Hoth S. Die Messung später elektrisch evozierter Potentiale des auditorischen Systems bei CI-Patienten [Measuring late electrically evoked potentials of the auditory system in cochlear implant patients]. HNO. 1998 Aug;46(8):739-47. German. DOI: 10.1007/s001060050304
[2] Wesarg T, Arndt S, Aschendorff A, Laszig R, Beck R, Jung L, Zirn S. Intra- und postoperative elektrophysiologische Diagnostik [Intra- and postoperative electrophysiological diagnostics]. HNO. 2017 Apr;65(4):308-20. German. DOI: 10.1007/s00106-016-0195-x
[3] Dziemba OC, Hocke T, Müller A, Kaftan H. Excitation characteristic of a bipolar stimulus for broadband stimulation in measurements of electrically evoked auditory potentials. Z Med Phys. 2018 Feb;28(1):73-77. DOI: 10.1016/j.zemedi.2017.09.008