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27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V. und ADANO
19.-21.03.2025
Göttingen


Meeting Abstract

Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder (3; 0–5; 11 Jahre)-Auswertung der Ergebnisse bei Kindern mit bilateraler CI-Versorgung im Kindesalter

Barbara Streicher 1
Kerstin Kreibohm-Strauß 2
Stefanie Kröger 3
Dominique Kronesser 4
Yvonne Seebens 5
Cynthia Glaubitz 6
Dennis Metzeld 5
Ruth Lang-Roth 1
1Uniklinik Köln/HNO-Klinik, Schwerpunkt Phoniatrie/Pädaudiologie, Köln, Deutschland
2CIC Wilhelm Hirte, Hannover, Deutschland
3Uniklinik Freiburg, ICF, Freiburg, Deutschland
4Uniklinikum Dresden, SCIC Dresden, Dresden, Deutschland
5Uniklinik Frankfurt, CIC Rhein-Main, Friedberg, Deutschland
6Uniklinik Erlangen, CICERO, Erlangen, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Versorgung mit einem Cochlea Implantat (CI) beeinflusst die Ausbildung des auditiven Gedächtnisses und die Sprachentwicklung. Sie ist eine Voraussetzung für den Erwerb der Schriftsprache und des Lesens und somit entscheidend für die spätere Bildungsbiografie.

Material und Methoden: Die Sprachentwicklungstests für drei- bis fünfjährige Kinder (SETK 3–5) wurden standardisiert zur Beurteilung der rezeptiven und produktiven Sprachentwicklung sowie der auditiven Gedächtnisleistung eingesetzt. In einer retrospektiven Querschnittsstudie wurden die Daten von 418 Kindern, die bilateral CI versorgt wurden, aus sechs CI-Zentren der ACIR ausgewertet. Die Unterteilung der Studiengruppe erfolgt in drei Gruppen (G1CI≤12 Monate, G2 CI13≤14 Monate, G3 25≤48 Monate).

Ergebnisse: Die statistische Auswertung demonstriert, dass Kinder, die innerhalb des ersten Lebensjahres bilateral mi CI-Systemen versorgt wurden, im SETK 3–5 entsprechend ihres Lebensalters ausgewertet werden können. Diese Gruppe 1 (CI≤12 Monate) erreicht altersgerechte Werte in allen Untertests des SETK (3–5). Manche Kinder, die im zweiten Lebensjahr versorgt wurden, holen im Spracherwerb auf. Sie entwickeln ebenfalls die gesprochene Sprache, jedoch weichen sie von der Normgruppe ab.

Schlussfolgerung: Die frühe Versorgung im ersten Lebensjahr ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder mit CI Versorgung einen altersgerechten Spracherwerb durchlaufen. Dennoch ist die Streuung innerhalb der Gruppen breit, so dass Sprachentwicklungsdiagnostik und Therapie im Rahmen der Folgetherapie während des primären Spracherwerbs erforderlich ist.