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27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V. und ADANO
19.-21.03.2025
Göttingen


Meeting Abstract

Einfluss der Querschnittsfläche des N. cochlearis auf elektrisch evozierte Summenaktionspotentiale

Lichun Zhang 1
Florian Herrmann Schmidt 1
Tammo Siemers 1
Mats Wilhelm Glabasnia 1
Karsten Ehrt 1
Wilma Großmann 1
Robert Mlynski 1
1Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie „Otto Körner“, Rostock, Deutschland

Text

Einleitung: Die Funktion und der Zustand des N. cochlearis sind entscheidend für den Erfolg einer Versorgung mit einem Cochlea-Implantat (CI). In einer früheren Studie wurde gezeigt, dass die Größe des N. cochlearis mit dem unmittelbaren postoperativen Sprachverständnis korreliert. Es wurde daraus geschlossen, dass die Nervengröße als Indikator für die Funktionalität des Nervens betrachtet werden kann. Dies könnte sich möglicherweise auch in den elektrisch evozierten Summenaktionspotentialen (eCAP) widerspiegeln. Ziel dieser Studie ist es, bei CI-Patienten die Zusammenhänge zwischen der Größe des N. cochlearis, den intraoperativen eCAP-Slopes und dem postoperativen Sprachverständnis zu untersuchen.

Methode: Bei 13 CI-Patienten wurde in den präoperativen MRT Bildern die Größe des N. cochlearis gemessen. Intraoperativ wurden die eCAP-Slopes für alle Patienten bestimmt. Das postoperative Sprachverständnis wurde zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Erstanpassung des CI-Prozessors (EAP) erfasst: am Tag 2 sowie in den Monaten 1, 3 und 6 nach der EAP.

Ergebnisse: Die proximale Größe des N. cochlearis korrelierte signifikant mit den intraoperativen eCAP-Slopes bei apikaler Stimulation (R=0.691, p=0.02). Der mediale Querschnitt korrelierte mit dem Sprachverstehen nach der EAP (R=0.68, p=0.01). Die apikalen eCAP-slopes korrelierten jedoch nicht signifikant mit dem postoperativen Sprachversehen (R=0.36, p=0.21).

Zusammenfassung: Die Ergebnisse legen nahe, dass die Querschnittsfläche des N. cochlearis am meatalen Eingang auch dessen lokale Funktionalität widerspiegelt. Veränderungen der Querschnittsfläche des Nervs in Richtung Hirnstamm werden hingegen nicht mehr durch die eCAP-Slopes dargestellt. Für das Sprachverständnis unmittelbar nach der Aktivierung des CIs scheint insbesondere der Querschnitt des medialen Nervenabschnitts ein Indiz für dessen Funktionalität zu sein. Elektrisch evozierte Hirnstammpotentiale könnten eine wertvolle Ergänzung darstellen, um die periphere Funktionalität des Nervens umfassender zu erfassen.