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Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025

Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft
05.-06.12.2025
Berlin


Meeting Abstract

Einfluss der Membrana limitans interna auf die Verschlussrate beim Makulaforamen

Yasmine Sami 1
E. Elhami 1
C. Wirbelauer 1
1Berlin – Augenklinik Berlin-Marzahn

Text

Hintergrund: Die chirurgische Standardbehandlung von Makulaforamina besteht in einer Pars-plana-Vitrektomie (PpV) mit lnduktion der hinteren Glaskörperabhebung (HGA), Entfernung epiretinaler Membranen, einem Peeling der Membrana limitans interna (ILM) und Gasendotamponade. In den letzten Jahren wurde die ILM-Flap-Technik eingeführt, um insbesondere bei großen Makulaforamina die anatomischen Erfolgsraten weiter zu verbessern. Ziel dieser klinischen Untersuchung war es, die anatomische Verschlussrate sowie funktionelle Ergebnisse nach konventionellem ILM-Peeling und nach ILM-Flap-Cover-Technik zu prüfen.

Methoden: Retrospektiv wurden 273 Augen mit Makulaforamen analysiert, die mittels 25G-PpV, HGA, Peeling und Gasendotamponade (SF-6, 30%ig) operiert wurden. Es wurde auf eine konsequente Bauch-/Kopftieflagerung für 2 bis 3 Tage geachtet. 22 Patienten wurden ausgeschlossen aufgrund spezieller operativer Techniken, wie Makulamobilisierung oder ILM-Peeling mit Foveasparing-Technik bei Myopia magna. Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die erste Gruppe (Gruppe 1, n=98) mit ILM-Peeling und die zweite Gruppe (Gruppe 2, n=153) mit ILM-Flap behandelt wurden. Es wurde die postoperative anatomische Verschlussrate des Makulaforamens (Spectralis-OCT) und der Visus im kurzfristigen Verlauf beobachtet.

Ergebnisse: Die durchschnittliche Makulaforamenbreite betrug 422±182 μm. In Gruppe 1 lag die Makulaforamenbreite bei durchschnittlich 257±105 µm, während diese in der Gruppe 2 bei 527±137 µm lag. Die Verschlussrate lag bei jeweils 99% (Gruppe 1) und 98% (Gruppe 2). Funktionell konnte in beiden Gruppen ein Visusanstieg nach 2 Wochen beobachtet werden.

Schlussfolgerung: Die operative Versorgung des Makulaforamens hat eine hohe anatomische Verschlussrate. Durch Anwendung der IL-Flap-Cover-Technik konnte auch bei großen Makulaforamina eine vergleichbar hohe Erfolgsrate erreicht werden.