Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Künstliche Endothelschicht zur Behandlung eines Hornhautödems in komplexen Fällen – eine Fallserie
Text
Ziel: In einer Beobachtungsstudie wurde die Effektivität einer künstlichen Endothelschicht zur Behandlung eines Hornhautödems in komplexen Fällen untersucht. Die EndoArt®-Transplantation (EyeYon Medical, Israel) ist ein innovatives Verfahren zur Behandlung chronischer Hornhautödeme infolge endothelialer Dysfunktion. Im Gegensatz zu klassischen Keratoplastiken, welche Spendergewebe nutzen, wird mittels EndoArt® eine künstliche, ultradünne (50 µm) und biokompatible Endothelschicht in die Vorderkammer implantiert, welche als Flüssigkeitsbarriere am posterioren Stroma wirkt und das Hornhautendothel ersetzt.
Methode: In einer Beobachtungsstudie wurden vier Patient:innen mit Hornhautdekompensation und Zustand nach mehrfachem Transplantatversagen einer EndoArt®-Transplantation zugeführt und in einer Fallserie untersucht. Der postoperative Verlauf wurde mittels bestkorrigiertem Visus (BCVA), zentraler Hornhautdicke (CCT) und Komplikationen über einen Zeitraum von bis zu 8 Wochen dokumentiert.
Ergebnis: Bei allen Patienten zeigte sich postoperativ eine Abnahme des Hornhautödems sowie eine signifikante Reduktion der CCT. In allen vier Fällen kam es zu einer Besserung der BCVA. Schwerwiegende Komplikationen wie Dislokation oder intraokulare Entzündungen traten nicht auf. Die häufigste Komplikation stellte die partielle Ablösung des Implantats dar, welche in der Regel mittels Rebubbling komplikationslos behandelt werden konnte.
Schlussfolgerung: Erste Erfahrungen deuten darauf hin, dass die EndoArt®-Transplantation bei Patient:innen mit vorherigem Transplantatversagen eine sichere und wirksame Alternative zur lamellären Keratoplastik darstellen könnte. Sie bietet eine vielversprechende Option zur Behandlung des chronischen Hornhautödems in komplexen Situationen, mit nachgewiesener Effektivität in der Reduktion der Hornhautdicke und Verbesserung der Sehschärfe. Weitere Daten aus größeren Fallserien mit längerem Nachbeobachtungszeitraum sind erforderlich, um das Verfahren hinsichtlich Langzeitergebnissen besser einzuordnen.



