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Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025

Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft
05.-06.12.2025
Berlin


Meeting Abstract

Teprotumumab zur Behandlung der endokrinen Orbitopathie – erste klinische Erfahrungen aus Deutschland

Tim Rüterhenke 1
D. Muallah 1
E. Bertelmann 1
1Berlin – Klinik für Augenheilkunde, Charité Campus Virchow-Klinikum

Text

Hintergrund: Die endokrine Orbitopathie (EO) stellt die häufigste extrathyreoidale Manifestation des Morbus Basedow dar und kann zu erheblichen funktionellen Einschränkungen führen. Bisherige Therapien basieren primär auf Glukokortikoiden, Strahlentherapie oder chirurgischen Eingriffen, sind jedoch in Effektivität und Verträglichkeit limitiert. Teprotumumab, ein monoklonaler Antikörper gegen den IGF-1R, ist seit 2025 erstmals auch in Deutschland zugelassen. Klinische Erfahrungen im deutschsprachigen Raum fehlen bislang.

Methoden: Sechs Patient:innen mit aktiver EO (CAS ≥4) und vorangegangener insuffizienter Therapie erhielten Teprotumumab-Infusionen gemäß international etabliertem Dosierungsschema (Initialdosis 10 mg/kg, anschließend 20 mg/kg alle 3 Wochen). Erfasst wurden im Verlauf Visus, Exophthalmus (Hertel), klinischer Aktivitätsscore (CAS) sowie subjektive Beschwerden.

Ergebnisse: Alle Patient:innen zeigten schon nach der ersten Infusion eine deutliche Reduktion der Krankheitsaktivität. Der CAS fiel von initial ≥4 auf 1, der Exophthalmus verringerte sich signifikant, in einem Fall konnte eine drohende Optikuskompression erfolgreich stabilisiert werden. Visus und Pupillenbefunde blieben stabil oder verbesserten sich. Relevante Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Schlussfolgerung: Teprotumumab erwies sich auch in dieser ersten deutschen Fallserie als hochwirksam und gut verträglich bei aktiver EO. Unsere Daten bestätigen die internationalen Studienergebnisse und unterstreichen die Bedeutung dieser erstmals kausal wirksamen Therapieoption für die klinische Praxis in Deutschland.