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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Kosten-Effektivitätsanalyse des „Milan System for Reporting Salivary Gland Cytopathology“ in der Feinnadelaspirationszytologie von Läsionen der großen Kopfspeicheldrüsen

Marcel Mayer - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Louis Jansen - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Lisa Nachtsheim - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Lena Hieggelke - Institut für Pathologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Marianne Engels - Institut für Pathologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Sofia Kourou - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Jens Peter Klußmann - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland

Text

Einleitung: Speicheldrüsenläsionen (SGL) stellen eine seltene und heterogene Gruppe von benignen und malignen Tumoren dar. Die Feinnadelaspirationszytologie (FNAC), angewendet nach dem „Milan System for Reporting Salivary Gland Cytopathology“ (MSRSGC), bietet eine minimalinvasive Methode zur frühen Differenzierung von SGL. Ziel dieser Studie war es, die Kosteneffektivität der FNAC bei der Diagnostik von Läsionen der großen Kopfspeicheldrüsen im Rahmen des MSRSGC zu evaluieren.

Methoden: Drei Entscheidungsbaum-Modelle wurden auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten aus „Real-World“- und Literaturdaten erstellt. Die „Real-World“-Daten stammten aus der bislang größten, bereits publizierten monozentrischen Studie zur FNAC bei SGL. Die Kostenbestimmung erfolgte auf Basis deutscher und US-amerikanischer Gebührenkataloge. Mehrfache Monte-Carlo-Simulationen wurden durchgeführt, um die Kosteneffektivität der FNAC im Rahmen des MSRSGC unter verschiedenen Bedingungen in beiden Gesundheitssystemen zu prüfen.

Ergebnisse: Die Kosteneffektivitätsanalyse zeigte, dass die FNAC mit bei Indikation anschließender OP kostengünstiger war als eine primäre operative Versorgung. Die Kostenreduktion durch FNAC betrug in allen Modellen über 30%. Die Kostenersparnis pro Fall durch FNAC mit anschließender OP im Vergleich zur primären OP lag im US-Modell zwischen 5.606 $ und 13.096 $ (durchschnittliche Kosten für primäre OP: 17.472 $) und im deutschen Modell zwischen 2.465 € und 5.337 € (durchschnittliche Kosten für primäre OP: 8.018 €). Bei Ergänzung des deutschen Modells mit Real-World-Daten lag die Kostenersparnis zwischen 2.478 € und 5.954 € (durchschnittliche Kosten für primäre OP: 7.988 €).

Diskussion: Dieses Modell auf Basis von MSRSGC-Schätzungen und „Real-World“-Daten belegt, dass die FNAC mit bei Indikation anschließender Operation einen kosteneffizienteren Ansatz zur Diagnostik von Speicheldrüsenläsionen darstellt als die primäre Operation. Patient:innen und Gesundheitssysteme profitieren daher von Hochvolumenzentren, die eine qualifizierte zytopathologische Diagnostik garantieren.