Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026
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Fulminate Manifestation einer Stirnhöhlenmukozele mit Optikuskompression – ein Fallbericht
Text
Einleitung: Mukozelen der Stirnhöhle treten häufig nach traumatischen Ereignissen oder chirurgischen Eingriffen auf und können unbehandelt zu knöchernen Defekten oder Kompression der umliegenden Strukturen führen.
Methoden: Fallbericht eines 66-jährigern Patienten, der sich mit seit 14 Tagen progredienten Schmerzen und einer periorbitalen Schwellung rechts vorstellte. Anamnestisch gab der Patient eine Schädeltrümmerfraktur aus dem Jahr 1976 an. Klinisch zeigte sich eine fluktuierende, gerötete Schwellung im supraorbitalen Bereich rechts mit Tiefstand (ca. 3,2 cm) des rechten Auges, Exophthalmus (Hertel 22) und Visusminderung (0,05). Zudem bestanden eine deutliche Einschränkung der Bulbusmotilität sowie Hinweise auf eine Optikuskompression. In der CT der Nasennebenhöhlen zeigte sich eine großvolumige, expansiv wachsende Mukozele der rechten Stirnhöhle mit kaudoventraler Verlagerung des Bulbus oculi und geringer Vorwölbung der Stirnhöhlenrückwand nach intrakraniell.
Als Therapie erfolgten zunächst eine Punktion und Inzision der Schwellung supraorbital in Lokalanästhesie, anschließend eine operative Eröffnung der Mukozele mit Anlage einer Mediandrainage der Stirnhöhle über einen äußeren Zugang.
Ergebnisse: Postoperativ kam es zu einer raschen Rückbildung der Schwellung und Schmerzen, sowie zu einer Regredienz der Visusminderung und des Exophthalmus. Es zeigte sich eine suffiziente Drainage der Stirnhöhle im Verlauf.
Diskussion: Auch Jahrzehnte nach einem Schädeltrauma kann es zur Ausbildung einer posttraumatischen Stirnhöhlenmukozele kommen. Diagnostisch sollte bei entsprechendem Verdacht zeitnah eine CT-Bildgebung erfolgen. Neben endoskopisch-endonasalen Verfahren zur Eröffnung und Drainage einer Mukozele kann bei ausgedehnten oder ungünstig gelegenen Mukozelen ein äußerer Zugang notwendig sein, um eine suffiziente Drainage zu erzielen.



