Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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EUS-gesteuerte Enteroenterostomie über ein Dünndarmstoma bei rezidivierender maligner Dünndarmobstruktion im hochpalliativen Kontext – zwei Fallberichte
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Hintergrund und Ziel: Bei Patienten mit Peritonealkarzinose kommt es häufig zu malignen Dünndarmobstruktionen, die mit Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und eingeschränkter Lebensqualität einhergehen können. Chirurgische Bypass- oder Stomaanlagen sind therapeutischer Standard, jedoch bei rezidivierenden Obstruktionen proximal eines bestehenden Stomas oft nicht mehr möglich. Die endosonografisch-gesteuerte Enteroenterostomie (EUS-EE) unter Verwendung eines cautery-enhanced Lumen-Apposing Metallstents (CE-LAMS) über ein bestehendes Dünndarmstoma kann eine Alternative darstellen. Hierzu liegen bislang nur wenige Daten vor. Ziel ist die Darstellung der technischen Durchführbarkeit anhand zweier Fälle.
Methode: Fall 1: Ein 60-jähriger Patient mit einem metastasierten Kolonkarzinom, bei dem zwei Jahre zuvor aufgrund eines Ileus ein Jejunostoma angelegt worden war, stellte sich mit fehlender Stomaförderung, Erbrechen und Meläna vor. Eine orale Nahrungsaufnahme war nicht mehr möglich. Mithilfe eines linearen Endosonografiegeräts wurde ein 15/10 mm CE-LAMS 15 cm proximal des Stomas platziert.Fall 2: Ein 63-jähriger Patient mit metastasiertem Pankreasschwanzkarzinom und einem bestehenden Ileostoma stellte sich mit intermittierender fehlender Stomaförderung, Schmerzen und reduzierter Nahrungsaufnahme vor. Computertomografisch wurde eine Dünndarmobstruktion 20 cm proximal des Stomas diagnostiziert. Es erfolgte eine EUS-EE mittels eines 20/10 mm CE-LAMS, der 10 cm proximal des Stomas platziert wurde.
Ergebnis: Beim ersten Patienten kam es zu einer verbesserten Stomaförderung und einer Wiederaufnahme der oralen Nahrungsaufnahme (weiche Kost). Der Patient wurde entlassen und verstarb vier Wochen später aufgrund einer Krankheitsprogression. Der zweite Patient aspirierte während der Durchführung der EUS-EE Mageninhalt, wovon er sich vollständig erholte. Eine Ernährung mit Vollkost war für vier Wochen möglich, bevor es erneut zu Obstruktionssymptomen kam. Der Patient lehnte weitere Interventionen ab und wurde ins Hospiz entlassen.
Zusammenfassung: Die beiden Fälle zeigen, dass eine EUS-gesteuerte Enteroenterostomie über ein bestehendes Dünndarmstoma technisch möglich ist. Sie kann bei geeigneten Patienten mit rezidivierender Dünndarmobstruktion, die nicht mehr operabel sind, eine Symptomlinderung mit verbesserter Lebensqualität bieten. Größere Fallserien sind erforderlich, um Kriterien der Patientenselektion, Dauer der Symptomlinderung und Sicherheit besser definieren zu können.



