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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

PROMSO-Studie: Prophylaktische Onlay-Netzimplantation zur Senkung der Narbenhernienrate nach offener Abdominalbehandlung – Design einer multizentrischen, randomisierten Studie

N. Kühler - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie, Koblenz, Deutschland
A. Klein - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie, Koblenz, Deutschland
S. Schaaf - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie, Koblenz, Deutschland
A. G. Willms - Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik für Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie, Koblenz, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Narbenhernien sind eine häufige Langzeitkomplikation nach abdomineller DCS und offener Abdominalbehandlung (OAT) mit berichteten Raten von bis zu 66%. Prophylaktische Netzimplantationen konnten in Hochrisikokollektiven die Hernieninzidenz reduzieren, sind jedoch nach OAT bislang unzureichend untersucht. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie konnte PROMOAT in einer prospektiven Kohorte von 10 Patienten zeigen, dass eine prophylaktische Onlay-Netzaugmentation nach OAT technisch durchführbar ist und in einem mittelfristigen Follow-up ohne Narbenhernien und ohne interventionspflichtige Komplikationen einhergegangen ist. Die PROMSO-Studie („Prophylactic Onlay Mesh versus Suture Only") wurde als prospektive, randomisiert-kontrollierte, multizentrische Studie konzipiert, um die prophylaktische Onlay-Netzimplantation beim Faszienverschluss nach OAT systematisch gegen den Standardverschluss mit fortlaufender Fasziennaht zu vergleichen. Ziel ist es, belastbare Evidenz zur Narbenhernienprophylaxe nach abdominellem DCS zu generieren.

Methode: Geplant ist eine prospektive, randomisiert-kontrollierte, multizentrische, registerbasierte Studie. Erwachsene Patienten mit möglichem vollständigem Faszienverschluss nach OAT werden 1:1 randomisiert: (1) Faszienverschluss mit prophylaktischem Onlay-Netz und epifaszialer NPWT versus (2) konventioneller Nahtverschluss ohne Netz. Primärer Endpunkt ist die Narbenhernienrate nach 24 Monaten. Sekundäre Endpunkte umfassen unter anderem post-OP Komplikationen, Reinterventionen, Schmerz. Die Studie ist auf eine Gesamtlaufzeit von 70 Monaten angelegt und unterteilt sich in vier zentrale Phasen. Aktuell befinden wir uns in der Rekrutierungsphase (Monate 7–42) Adaptiven Studiendesigne, Zwischenauswertung nach 25% der Patienten (N=130 65/Gruppe).

Ergebnis: Bei erfolgreichem Abschluss hat die Studie das Potenzial, die Leitlinienempfehlungen zur Versorgung des offenen Abdomens und zur Narbenhernienprophylaxe im Kontext von DCS und OAT wesentlich zu beeinflussen – sowohl in der wehrmedizinischen als auch in der zivilen Versorgung.

Zusammenfassung: PROMSO soll erstmals die Frage beantworten, ob ein prophylaktisches Onlay-Mesh beim Faszienverschluss nach OAT die Narbenhernienrate im Vergleich zum alleinigen Nahtverschluss signifikant reduzieren kann. Langfristig könnte sich die prophylaktische Onlay-Netzimplantation im Rahmen eines standardisierten Versorgungsalgorithmus als neuer Care Standard für Patienten mit verzögertem Primärverschluss nach Laparostoma etablieren.