Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Leberresektion bei Metastasen HPV-assoziierter Tumoren des kleinen Beckens
Text
Hintergrund und Ziel: Lebermetastasen, die von Plattenepithelkarzinomen ausgehen, sind deutlich seltener als solche, die von Adenokarzinomen herrühren. Daten bezüglich des Behandlungsergebnisses von resezierten Lebermetastasen von Analkarzinomen sind begrenzt, wobei nur wenige Kohortenstudien veröffentlicht wurden. Es existieren bereits multizentrische, retrospektive Kohortenstudien mit bis zu 100 Patienten, jedoch mangelt es bei häufig wenig als zehn beschriebenen Fällen an entsprechenden Einzelzentren-Erfahrungen. Diese Arbeit zielt darauf ab, das Patientenergebnis nach chirurgischer Therapie von Lebermetastasen zu bestimmen, die von humanen Papillomviren (HPV)-assoziierten Beckentumoren ausgehen.
Methode: Wir führten eine retrospektive Kohortenanalyse aller Patienten durch, die zwischen 2008 und 2025 an unserer Klinik eine Leberresektion durchliefen. Retrospektive Daten wurden aus dem Krankenhausinformationssystem für Patienten mit Leberresektionen und der Diagnosen Analkarzinom, Analrandkarzinom, Peniskarzinom, Vaginalkarzinom oder Zervixkarzinom extrahiert. Der Krankheitsverlauf der Patienten wurde verfolgt und das langfristige Überleben analysiert.
Ergebnis: Insgesamt erhielten 18 Patienten 23 Leberresektionen. Die Tumorlokalisationen waren hauptsächlich Analkarzinom (n=14), Zervixkarzinom (n=3) und Peniskarzinom (n=1). Die durchgeführten Eingriffe umfassten 9 Major-, 8 atypische und 6 Segmentresektionen. Zwei Patienten mit Analkarzinommetastasen unterzogen sich aufgrund eines Rezidivs wiederholten Resektionen. Eine erfolgreiche zweizeitige Hepatektomie mit Pfortaderligatur wurde durchgeführt. Interessanterweise haben drei Patienten, die unter dem Verdacht auf Analkarzinommetastasen reseziert wurden, histopathologisch die Diagnose eines cholangiozelluläres Karzinomes erhalten. Das mediane Gesamtüberleben nach Resektion von Analkarzinommetastasen betrug 70 Monate.
Zusammenfassung: Diese Kohorte stellt eine der größten Einzelzentren-Erfahrungen dar, die in der Literatur zu Lebermetastasen von HPV-assoziierten Beckentumoren veröffentlicht wurden. Die chirurgische Behandlung von Metastasen von HPV-assoziierten Tumoren, insbesondere Analkarzinom, ist machbar, sicher und bietet in ausgewählten Fällen ein langfristiges Überleben. Die Metastasenchirurgie bei technisch resektablen Fällen sollten in der multimodalen, personalisierten onkologischen Behandlung auch bei seltenen Tumorentitäten evaluiert werden.



