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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Einfluss einmonatigen religiösen Fastens auf Lipoprotein-Subklassen und -Zusammensetzung bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2

H. Kreimeyer - Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Bochum Langendreer, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
E. Egin - Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Bochum Langendreer, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
A. Figge - Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Bochum Langendreer, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
S. Aygen - INFAI Institut, Hagen, Deutschland
M. Özcürümez - Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Bochum Langendreer, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
P. Manka - Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Bochum Langendreer, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
A. Canbay - Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Bochum Langendreer, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
S. Sydor - Universitätsklinikum Knappschaftskliniken Bochum Langendreer, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Der Fastenmonat Ramadan stellt eine Form des intermittierenden Fastens dar, die durch Nahrungsverzicht während des Tages und zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme nach Sonnenuntergang gekennzeichnet ist. Typ-2-Diabetes mellitus ist mit metabolischer Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung verbunden. Pathophysiologische Merkmale beider Erkrankungen umfassen Insulinresistenz, hepatische Triglyceridüberproduktion und erhöhte Sekretion von Very-Low-Density-Lipoproteinen (VLDL). Erhöhte zirkulierende VLDL, insbesondere triglyceridreiche VLDL1 und VLDL2, tragen zur atherogenen Dyslipidämie bei, die typisch für Typ-2-Diabetes und metabolisches Syndrom ist.

Zielsetzung: Untersuchung der Auswirkungen eines einmonatigen intermittierenden Fastens während des Ramadans auf den Lipidstoffwechsel, insbesondere die proportionale Verteilung der Lipoprotein-Subklassen und die Lipidzusammensetzung im Serum einer Kohorte von Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus.

Methode: Serumproben wurden zu Beginn und am Ende der vierwöchigen Fastenperiode gesammelt. Die Lipoprotein-Subklassen wurden mittels NMR-Spektroskopie quantifiziert.

Ergebnis: Das Ramadan-Fasten führte zu einer signifikanten Reduktion der Gesamt-Triglyceride im Serum, während die Gesamt-Cholesterin- und Apolipoprotein-Konzentrationen unverändert blieben. Die Triglyceridreduktion war über alle Hauptlipoprotein-Klassen nachweisbar, mit einem besonders ausgeprägten Rückgang in der VLDL-Fraktion. Die Subklassenanalyse zeigte eine signifikante Abnahme der Triglyceride in VLDL1. Die VLDL1- und VLDL2-Subfraktionen wiesen zusätzlich signifikante Reduktionen von Gesamtcholesterin, freiem Cholesterin und Phospholipiden auf. Im HDL-Bereich wurde eine Abnahme der Subklasse HDL1 bei gleichzeitigem Anstieg der Subklasse HDL4 beobachtet.

Zusammenfassung: Nach vier Wochen Fasten wurden signifikante Veränderungen in der Lipoprotein-Zusammensetzung beobachtet, die durch eine Reduktion triglyceridreicher Lipoproteine und Veränderungen in der Verteilung der VLDL- und HDL-Subklassen gekennzeichnet waren, während die Gesamt-LDL- und HDL-Cholesterinkonzentrationen unverändert blieben. Diese Befunde deuten auf eine Verschiebung der Lipidverteilung und ein Lipoprotein-Remodeling während des Fastens hin und könnten potenziell das kardiovaskuläre und hepatische metabolische Risiko senken.