Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Endoskopische Vollwandresektion eines gastralen Schwannoms – seltene Differentialdiagnose einer submukösen Raumforderung im Magen
Text
Hintergrund und Ziel: Submuköse Raumforderungen sind häufig asymptomatisch, können aber als Zufallsbefunde im Rahmen einer Gastroskopie gelegentlich differentialdiagnostisch eine Herausforderung darstellen. Endosonographische Charakteristika, insbesondere Echomuster und Lage innerhalb der Wandschichten sind nicht immer eindeutig. Therapeutische Konsequenz und Prognose variieren erheblich mit der Tumorentität.
Methode: Wir berichten über einen 44-jährigen Patienten, der sich mit Oberbauchschmerzen in unserer Notaufnahme vorstellte. Bei der Gastroskopie fiel als Zufallsbefund eine etwa 1,5 cm messende, rundlich imponierende submuköse Raumforderung mit einem angedeuteten zentralen Nabel im Magenfundus auf. Endosonographisch fand sich ein rundlicher echoarmer Befund, der eher in der Submukosa zu liegen schien. Die Histologie aus der Mukosa ergab einen Granularzelltumor. Wir entschieden uns für die vollständige Resektion des Befundes mittels der endoskopischen Vollwandresektion zur Sicherung der Tumorentität und Prognoseabschätzung.
Ergebnis: Der endgültige histologische Befund ergab ein Vollwandresektat mit einem submukosal lokalisierten, in die Mukosa hineinwachsenden, vorwiegend spindelzelligen Neoplasma mit schaumzelligem Aspekt ohne Mitosen oder nennenswerte Atypien bei tumorfreien äußeren Präparaterändern und ohne Infiltration der miterfassten Tunica muscularis propria. Die immunhistochemische Untersuchung zeigte kräftige, durchgehende zytoplasmatische Positivität für S100 und kräftige, ebenfalls durchgehende nukleäre Positivität für SOX10 bei fehlender Anfärbbarkeit für Calretinin, CD68, DOG1, Desmin und SMA. Ki-67 markiert nicht mehr als 1% der Tumorzellen. Somit handelt es sich abschließend um ein lokal im Gesunden reseziertes gastrales Schwannom.
Zusammenfassung: Gastrale Schwannome sind sehr seltene, überwiegend benigne mesenchymale Tumoren mit guter Prognose nach vollständiger Resektion. Differentialdiagnostische Herausforderungen bestehen insbesondere in der Abgrenzung zum GIST. In unserem Fall ließ sich der echoarme Tumor endosonographisch eher der Submukosa zuordnen und nicht der Muscularis propria, in der ein klassicher GIST oder auch ein Schwannom zu erwarten wäre. Der vorgestellte Fall verdeutlicht, dass letztlich nur die Resektion des Befundes die Diagnose eindeutig stellen konnte, zumal Histologie der initialen Biopsie und endosonographisches Bild nicht eindeutig waren. Die Methode der endoskopischen Vollwandresektion stellt hier eine minimal invasive Alternative zur operativen Wedge-Resektion dar.



